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sinnundverstand

Übers Lesen schreiben

2017-02-14 11.00.37-1


Vielleicht war ich doch länger weg, als ich dachte. So wie man ein paar Jahre lang nicht mehr im Heimatort war und dann hatte jemand die Unverfrorenheit, etwas an den Straßen oder Läden oder Bäumen zu machen.

Schick sieht es hier nun aus. Und etwas in dieses mojoreads zu schreiben, fühlt sich ganz gut an. Aber bloggiger als vorher, weniger twitterartig.

Mehr Lesen. Mehr übers Lesen sprechen und schreiben. Über Bücher. Über Orte zum Lesen und Orte für Bücher. Mag sein, dass mir das der Zeitgeist einflüstert. Aber seitdem ich vor ziemlich genau einem Jahr mit Dorothee vom Buchladen Neusser Straße in Köln-Nippes ein wöchentliches Ritual, den #Lesemittwoch*, eingeführt haben, kam das Lesen verstärkt zurück. Das Lesen am Stück, das Lesen von Büchern, das konstante Lesen. Das gute alte Lesen. Nicht nur das Lesen von Tweets, Blogbeiträgen, Instagramschnipseln und digitalen Artikeln.

Zwischendurch habe ich mal die ein oder andere Serie geguckt, aber, naja, mir die Vorstellungen anderer anzusehen bleibt doch merkwürdig flach im Vergleich zu meiner eigenen Vorstellungskraft. Was das Lesen allerdings anrichtet ist die Abnahme an digitaler Schwatzhaftigkeit. Das Lesen bringt das Leben nach innen.

In diesem Jahr nahm ich zum ersten Mal an einer Leserunde teil und sprach mit anderen über meine Leseeindrücke. Für mich war Lesen immer etwas derart Privates, dass es mir schwerfiel, über mein Lesen zu sprechen. Klar, mal Buch hochhalten bei Instagram, das ging. Aber dann wurde es intim, die Geschichte und ich, das ging niemanden was an.

Im Buchladenblog schrieb ich dann zum ersten Mal etwas über die Bücher, die ich gelesen habe. Und ich stelle fest: Es geht.

Vielleicht mache ich das dann künftig auch hier mal, in diesem digitalen Lesesaal.

*Woche für Woche laden wir über Social Media unterm Hashtag #Lesemittwoch zum Lesen in digitaler Gemeinschaft ein. Eine Verabredung mit einem Buch für mindestens eine Stunde im Wissen darum, dass andere gerade dasselbe tun. Vielleicht postet man noch den Satz, mit dem man beginnt und die Lektüre wieder beendet, vielleicht das Cover des Buchs. Und dann wird das Lesen sichtbar, indem man selbst für die Zeit des Lesens digtial unsichtbar wird. Simsalabim.

  • Lesen
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sinnundverstand
Jul 12, 6:57 AM
FrauFrohmann Es ist ungewohnt, keine Kommentare faven zu können. Also per Hand: Fav!
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FrauFrohmann
Jul 12, 7:12 AM
sinnundverstand Ja, ich habe gestern außerdem beantragt, dass Posts bearebietet werden können, das wäre eine echte Bereicherung und USP gegenüber Twit...
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Volker Oppmann
Jul 12, 7:59 AM
Ist notiert :)
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beritglanz
Jul 12, 1:27 PM
Ich finde auch das längere Format hier sehr schön. Möchte Twitter und die kurzen Tweets dort nicht missen, finde das aber eine schöne neue Alternativ ...
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sinnundverstand
Jul 12, 2:54 PM
beritglanz Ist auch angenehm, hier auf Wirte zu treffen, denen das Wohl der Gäste am Herzen liegt und die auf Wünsche eingehen.