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Anne-Marit Strandborg

Anna Seghers

Anna Seghers wurde am 19. November 1900 in Mainz als Netty Reiling geboren. Ihr Vater – Isidor Reiling – war Antiquitätenhändler.

Ab 1919 studierte sie Philologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie in Köln und Heidelberg. Fünf Jahre später, 1924, promovierte sie mit der Arbeit „Jude und Judentum im Werke Rembrandts“. Sie bereiste viele Länder. 1925 heiratete sie den englischen Schriftsteller und Soziologen Laszlo Radvanyi. Sie trat 1928 der KPD bei und wurde Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Im Jahr 1930 fand der Kongress der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller in Charkow statt, an dem sie teilnahm.

Ihre Bücher wurden 1933 verboten, sie floh nach Frankreich. Dort arbeitet sie in Paris an antifaschistischen Zeitschriften und Verlagen mit, bis sie 1940 nach Mexiko floh. Mit Ludwig Renn, Bodo Uhse und Alexander Abusch gab sie dort die Zeitschrift „Freies Deutschland“ heraus und wurde Vorsitzende des antifaschistischen Heine-Clubs. 1947 kam sie zur Annahme des Georg-Büchner-Preises nach Deutschland zurück und wohnte dann in Ost-Berlin. Seit der Gründung des Deutschen Schriftstellerverbandes der DDR war sie bis 1978 dessen Vorsitzende, danach Ehrenvorsitzende.

Zentrale Themen in Anna Seghers Romanen und Erzählungen sind der Kampf der Unterdrückten und Ausgebeuteten, Faschismus, Exil und die Entwicklung in der Nachkriegszeit in Deutschland. Weltberühmt wurde sie mit dem KZ-Roman +Das siebte Kreuz (1942).

Öffentlich jedoch schwieg Anna Seghers zu allem: Sie erhob weder ihre Stimme, als der Arbeiteraufstand im Juni 1953 in der DDR stattfand, noch als die sowjetischen Truppen 1956 in Ungarn einmarschierten, noch als der Freund Walter Janka im Gefängnis verschwand, noch zum Mauerbau, noch zum Prager Frühling, noch zur Ausbürgerung Biermanns 1976.

Anna Seghers starb am 1. Juni 1983 in Ost-Berlin.

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sirisha chilukuri
Aug 17, 8:56 AM
nice