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Marcus Jordan

Atlas eines ängstlichen Mannes

(Probiere nur mal gerade die Funktion "Beitrag verfassen" aus für eine Rezension. Schöne wäre natürlich, wenn man Rezenionen automatisch auch als Beitrag veröffentlichen könnte...alles in Klammern ist feedback für mojo)

Bildschirmfoto 2019-04-11 um 16.47.52

Christoph Randsmayr, Foto von Jörg Steinmetz (hier wäre es sinnvoll, man könnte eine Bildquelle zuordnen, bzw. ist es vielleicht sogar nötig, dazu aufzufordern?)

"Ich sah..." - so beginnt jeder der etwa 70 kurzen Reiseberichte in diesem Buch. Reisen ins Exotische, ins Kalte und ins Warme, ins Urbane und in die Wildnis, ins All und in alle Elemente. Und immer ins Menschliche. Randsmayer kombiniert dabei seine große Erzählkunst mit einer gewissermaßen fast mathematisch genauen Beschreibung. Ein "Meta-Tatort-Protokoll" sozusagen. Das Buch ist eine Einheit, es wirkt keinesfalls wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Obwohl die einzelnen Episoden völlig hermetisch sind, wirkt das Buch auf mich wie ein Roman und die einzelnen Geschichten wie Kapitel eines Ganzen. Ein Reisebericht wie eine Reise. Traurig und lebensfroh und komplett

(die Absätze sind verschieden groß)

(sobald ich beim tippen einmal den ersten viewport verlassen habe, schiebt es die Ansicht dauern nach unten raus beim weiterschreiben)

Einmal beschreibt er, wie er nachts mit dem Motorrad in den Bergen des Pelepones anhält und bemerkt, dass das Leuchten von Kalamata am Himmel fehlt. Ich wusste sofort warum, denn ich war dort irgendwann Mitte der 80er, vielleicht war er mit seinem Motorrad an mir vorbeigefahren - Kalamata war von einem Erdbeben schwer beschädigt worden in dieser Nacht.

Aber meine Lieblingsgeschichte ist die vom ultimativen Verlierer und Hohepriester der Lotterie. Früher hatte ich immer so ein schlechtes Gewissen beim Lottospielen und mein bester Freund sagte: es ist eine Dummensteuer. Er war Mathematiker. Er sagte aber auch, dass kontinuierlich mehr Menschen beim Lotto gewännen, als es eigentlich sein dürfte beim Lottospielen. Völlig geheilt von allen Verklemmungen im Kontext mit meiner Spielsucht bin ich aber erst seit diesem wundervollsten Kapitel über einen Losverkäufer in Südamerika:

(an dieser Stelle wollte ich nun ein Zitat aus dem ebook einfügen, aber das geht leider nicht. Auch der Link dahin verschwindet immer wieder - wird erst angezeigt und ist dann doch weg - aber das ich Textstellen auch in einen Beitrag setzen kann, ist eh unverzichtbar würde ich sagen).

"Ein Los – und dazu raschelte er mit seinen papierenen Girlanden – war ein Gutschein, zumindest für einen beglückenden Traum, den man Woche für Woche, Tag für Tag und bis zum Herzschlag in der Sekunde der Ziehung mit allem Recht träumen durfte, den Traum von einem gerechten Reichtum, um den man hinter diesen Fassaden und Portalen tagtäglich betrogen wurde. Selbst ein blindes Los war noch besser als ein sogenanntes Wertpapier irgendeiner Banco Soundso, stand doch hinter jedem Los ein atmender, träumender Mensch, ein Spieler, bereit, mit seinem Einsatz von einigen Pesos für das Glück eines anderen zu zahlen, immer aber auch in der Hoffnung, aus den Händen seiner Mitspieler vielleicht das eigene Glück zu empfangen."

(ist so ein Ausschnitt eigentlich vom Zitatrecht gedeckt? Theoretisch werde ich ja entlohnt für eine Rezension...)

(wichtig wäre auch, dass auch so ein Beitrag funktioniert in Sachen Buchempfehlung und credits kriegen, wenn ich dadurch Verkäufe triggere...aber mir ehrlich egsagt eh noch nicht klar, wie sich das alles abgrenzt...Eintrag in meiner timeline, Beitrag verfassen, mojo verfassen, Rezension verfassen...)

Bildschirmfoto 2019-04-11 um 16.38.19

Bild: Einband S. Fischer, Klaus Meyer



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Marcus Jordan
Apr 11, 3:07 PM
Volker Oppmann - ich habe in wenig feedback immer in die Klammern geschrieben
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Volker Oppmann
Apr 12, 8:06 AM
Danke für das Feedback! An den allermeisten Themen arbeiten wir auch bereits – ein Großteil sollte mit den Releases am 15.04. und am 29.04. abgedeckt ...