avatar
sinnundverstand

In der Ferne lesen

zeltlektüre
Lesen vorm Zelt

Ich war drei Wochen in Ferien. Dreizehn Bücher reisten mit, fünf davon habe ich in dieser Zeit gelesen. Gut, eigentlich waren es achtzehn, aber die beiden Reiseführer und die beiden Sprachführer zähle ich nicht mit. Wiewohl ich zumindest in einem der Reiseführer recht viel gelesen habe (und ich fand ihn doch eher mäßig, vielleicht dazu ein andermal). Nein, das ist kein Wettbewerb, wer wieviel liest oder an Büchern mitnimmt. Vielleicht ist es eine Notiz an mich fürs nächste Mal, vielleicht zwei oder drei Bücher weniger mitzuschleppen.

In der Ferne lässt es sich auch gut lesen, bemerkte ich zu Beginn meines Urlaubs. Und janastahl meinte dazu sehr treffend: Manchmal besser als daheim. In der Tat mangelt es mir Zuhause mitunter an innerer Ruhe, um nichts weiter zu tun, als zu lesen. Zwischendurch fiebert das Mobilgerät oder das Leben will was.

Der #Lesemittwoch bringt seit nunmehr über einem Jahr einen etwas anderen Rhythmus, eine gewisse Verbindlichkeit mir selbst gegenüber mit: Die (mindestens) wöchentliche Verabredung mit einem Buch tut gut. Ich lese seitdem wieder mehr und konstanter.

Nun liebe ich es einfach sehr, vorm oder, wenn es draußen zu dunkel wird oder es regnet, im Zelt zu lesen. Inmitten dieser eigenartig öffentlichen Privatheit, die man auf Campingplätzen miteinander pflegt, ist es ein Lesen ähnlich wie in einem Kaffeehaus. Man ist in ferner Gesellschaft. Nah sitzt einer und liest auch. Zwischendurch kann man in Bäume gucken oder in den Himmel oder in die Ferne. Manchmal guckt man vielleicht ein bißchen Nachbarnfernsehen und kann dabei über gelesene Wörter und Sätze nachdenken. Die Zeit löst sich auf. Tag und Nacht sind durch den Stand der Sonne bestimmt, alle anderen Zeitkonstrukte zerfasern. Da lässt sich gut lesen.

Was ich vorm und im Zelt las:

+Winterbienen von Norbert Scheuer

+Irgendwann werden wir uns alles erzählen von Daniela Krien

+Menu surprise von Martin Walker

+Ein untadeliger Mann von Jane Gardam

+Abendrot von Kent Haruf (Das Hardcover finde ich gerade leider nicht zum Verlinken)

Bemerkungen zur Lektüre folgen dann nach und nach bei den Büchern selbst.

Und das Lesen zuhause? Innerlich bin ich noch auf dem Zeltplatz. Die Nachrichtenlage habe ich im Urlaub nur gestreift, Social Media eh und Bewegtbild interessiert mich noch nicht wieder. Lesen geht also gut. Erik Fosnes Hansens neues Buch Ein Hummerleben liest sich geschmeidig und unterhaltsam - wenngleich ich ... ich weiß noch nicht. Bin auf der Hälfte. Mal sehen. Vielleicht waren es jüngst zuviele Männerbücher, Bücher von Männern über junge, alte, heranwachsende, sterbende, einsame Männer ... Das verursacht mir inzwischen ein seltsam schales Gefühl.

Nun.

zeltlesen
Lesen im Zelt
  • Lesen
  • Urlaub
  • Ferien
  • Zeltlektüre
  • Ferienlektüre
  • Lesemittwoch