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Marcus Jordan

Utopien für Realisten

Utopien für Realisten

Utopien für Realisten ist das Buch von Rutger Bregman. Man kauft und bewertet es am besten hier.

Bregman ist Niederländer, 31Jahre alt, Historiker und hat mächtig Wind gemacht durch einen Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos:

Ich höre euch über Teilhabe und Gerechtigkeit sprechen. Aber keiner spricht aus, worüber wie wirklich sprechen müssen: Steuervermeidung. Ich fühle mich wie auf einem Feuerwehr-Kongress, aber kein darf das Wort "Wasser" benutzen.

Dann hat der Fox Moderator und Trump-Fanboy Tucker Carlson ihm noch den Gefallen getan, ihn in einem Interview als "tiny brain" und "fucking annoying" zu beschimpfen. Ein echter Ritterschlag. Ihr findet die Sequenz im verlinkten Video.

Bregman hat vorher schon als großer Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens und radikaler Arbeitszeitverkürzungen von sich reden gemacht. Es macht Freude ihm zuzuhören und er spricht vieles erfrischend klar an. Dass z.B. das Problem eher bei der Besteuerung von Vermögen und Erbe liegt und nicht so sehr bei der Besteuerung hoher Einkommen. Der eigentlich wichtigste Satz in dem Video kommt aber für mich von der Sprecherin:

"Wenn Arbeit höher besteuert wird, als Erträge aus Kapital, stimmt das gesellschaftliche Agreement nicht mehr."

Gar nicht so schwierig eigentlich oder?

Bregman sagt auch:

"Martin Luther King did not say: "I have a nightmare!"

...und macht sich stark für mutige, neue Konzepte. Ich freue mich auf das Buch. Vielleicht hilft es mir den Frust meines Lebens zu überwinden, nämlich, dass wir jetzt schon 30 Jahre brauchen, um die kapitalistische "Siegerjustiz" nach Ende des kalten Krieges zu überwinden.