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SUMMARY
Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen - 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.
AUTHOR BIO
Natascha Kampusch, geboren am 17. Februar 1988 in Wien, war Opfer einer der längsten Entführungen der jüngeren Geschichte. 2006 hat sie ihre Freiheit zurückerobert. Seither versucht sie, ein normales Leben zu führen. Im Frühjahr 2010 machte sie ihren Schulabschluss.

BOOK DETAILS

EDITION
13.01.2012
TYPE
Paperback
ISBN
9783548374260
LANGUAGE
German
PAGES
283
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REVIEWS
Reviewed by Helga, michellesrainbook... and 3 others
helga
michellesbookworld
katharinalorenz
awogfli
papiergefunkel
Eine sogenannte 'Rezension' über dieses Buch zu schreiben, ist nicht angemessen, da man einen so grausamen und wichtigen Lebensabschnitt eines Menschen nicht rezensieren kann. Deshalb möchte ich lediglich meine Gefühle über die tragische Geschichte von Natascha Kampusch zum Ausdruck bringen. In dem Buch beginnt sie mit der Schilderung ihrer Kindheit vor dem 2. März 1998. Ihre Eltern lebten getrennt, Liebe war ein Fremdwort für sie und sie hat sich nie wirklich erwünscht gefühlt. An dem Tag, an dem sie entführt wurde, kam ihr vorher sogar der Gedanke, einfach aus ihrem nicht sehr glücklichen Leben zu flüchten. Dass dieser März 1998 ihr komplettes Leben tatsächlich ändern sollte, ahnte sie am Morgen dieses Tages noch nicht einmal. Sie war sauer auf ihre Mutter und verließ das Haus, ohne sich von ihr zu verabschieden. Mit Gänsehaut liest man die Schilderung ihrer Entführung und all die Jahre, die sie in ihrem Kellerverlies verbringen musste. Doch man ist nicht nur ergriffen von dem, was sie erleben musste, sondern gleichzeitig bewundert man die Kraft, die in ihr steckte, um all das überleben zu können. Sie wurde von ihrem Entführer drangsaliert, psychisch gequält, musste hart arbeiten, bekam wenig zu essen und sah in den acht Jahren kaum das Tageslicht. Und dennoch hat sie soviel Stärke in sich, denn sie hatte die Hoffnung nie verloren, eines Tages aus diesem Martyrium entfliehen zu können. Nachdem sie sich selber befreien konnte, vergrub sie sich nicht in Selbstmitleid. Sie gab sich nicht auf und trotzte der Mediengesellschaften, die sich auf sie stürzte. Sie wollte keine neue Identität annehmen und woanders ein neues Leben als 'neuer' Mensch beginnen, sondern sie zeigt uns stolz mit ihrem Buch (welches sie zusammen mit zwei Co-Autorinnen in einem sehr flüssigen und atemberaubenden Schreibstil verfasste): 'Hier könnt Ihr meine Geschichte lesen! Mit dem Schreiben dieses Buches verarbeite ich die schlimmste Zeit meines Lebens, aber ich sehe zuversichtlich in die Zukunft!' Und genau das ist es, was mich zu der Aussage kommen lässt, dass Natascha Kampusch in meinen Augen von einem kleinen, schwachen und verängstigten Mädchen zu einer starken Persönlichkeit herangewachsen ist, die sich nicht unterkriegen lässt. Das Buch hat mich sehr betroffen gemacht und noch lange, nachdem ich es zuschlug, schaute ich nach draußen, blickte in den blauen Himmel vermag mir gar nicht vorzustellen, wie es wäre, all das acht lange Jahre nicht sehen zu können. In Momenten wie diesen weiß man seine Freiheit erst richtig zu schätzen. Chapeau für soviel Lebensenergie, Lebensmut, Lebensfreude und Stärke, die wohl nur wenige Menschen nach solch acht grausamen Jahren zeigen würden.
Wow
michellesrainbookworld
Natascha Kampusch stellt die Geschichte der Entführung aus ihrer Perspektive da, wie es ihr gelungen ist zu überleben und schlussendlich nach Jahren der Gefangenschaft zu entfliehen. Es ist ein beeindruckendes Buch, exzellent geschrieben und in einem erstaunlich "objektivem" Ton; sie klagt nicht an, auch nicht die Polizei, der entscheidende Fehler unterlaufen sind, sondern dokumentiert und klärt die Öffentlichkeit über ihren Fall auf. Ich habe es nicht bereut, dieses Buch zu kaufen. Man spürt, wie das Entführungsopfer zwischen Selbstaufgabe und neuem Selbstvertrauen schwankt, welches ihr Entführer immer wieder durch Misshandlung und Verhöhnung zu zerstören versucht. Ein beeindruckendes Zeitzeugnis einer jungen Frau, das als Kind die Hölle durchlebte, es schaffte zu fliehen und glücklicherweise wieder die Kraft gefunden hat, in ein neues Leben zu starten. Es ist beeindruckend, wie diese Courage und der schließlich unbrechbare Überlebenswille, der so oft zu versiegen drohte, auf den Leser "abfärbt". Natascha Kampusch macht mit diesem Buch also vor allem eins deutlich: Man darf sich niemals selbst aufgeben, egal wie schlecht es um einen steht. Anfangs behandelt Wolfgang Priklopil sie noch „anständig“, wenn man es unter diesen Umständen noch so nennen kann. Aber es ändert sich, als Natascha in die Pupertät kommt. Und er fordert von ihr auch mehr ab. Sie muss putzen, mit ihm Wohnungen renovieren und schwere Arbeiten erledigen. Andere Demütigungen muss sie über sich ergehen lassen. Es lässt vermuten, das er sie auch mißbraucht hat, dazu hat Natascha sich aus Gründen der Privatsphäre jedoch ausgeschwiegen. Er hat Psychoterror betrieben und sie für Nichtigkeiten heftig bestraft. Ein Leben in der Hölle … Natascha Kampusch (bzw. ihre Nebenautoren) schreiben mit einer Sprache, welche ihre tatsächlichen Emotionen eindrucksvoll wiederspiegeln. Die Enge, die Angst, der Überlebenswille, der Hunger und nicht zu letzt die körperlichen und psychischen Misshandlungen. Zudem schafft es Natascha Kampusch, den riesigen Zeitraum ihres 3096-tägigen Martyriums so zusammenzufassen, dass der Leser trotzdem einen nüchternen Überblick behält - für mich eine große, durchaus beachtliche Leistung. Wie Natascha Kampusch sich selbst gefunden und gestärkt hat, um dem Wahnsinn zu entkommen, den der Täter systematisch um sie webte, ist die Geschichte einer Heldin - die sich selbst gefunden und gewonnen hat! Ich empfinde nichts anderes als Stolz und Bewunderung für diese mutige und widerstandsfähige Frau. Ihre Geschichte hat mich gelehrt, wie man innere und äußere Gefängnisse überwindet, und ich bin zutiefst dankbar und berührt, sie mir als Vorbild nehmen zu dürfen. Danke, Natascha, dass Du das geschafft und nicht aufgegeben hast. Bitte gib auch jetzt nicht auf, wenn Du es mal schwer hast. Du bist stärker als sie alle, und Du hast verdammt viel mehr Verstand, als die meisten Menschen. Ich bewundere Dich wirklich. Das hat bei mir selten jemand geschafft, weil ich auch stark sein musste und dafür auch eine Menge Bullshit eingesteckt habe. Wen soll man da bewundern? Danke, dass es Dich gibt. Was mir an dem Buch ausgesprochen gut gefallen hat, ist, dass Natascha Kampusch zu keiner Zeit auf die Tränendrüse drückt. Sie will mit diesem Buch kein Mitleid, sie will einfach nur ihre Geschichte erzählen, wie sie wirklich war und nicht so, wie stellenweise die Medien sie geschaffen haben und sie zeigt auch die Fehler der Polizei bei den Ermittlungen auf. Wenn man bedenkt, dass die Polizei nach etwa 6 Wochen einen mehr als eindeutigen Hinweis auf Priklopil erhalten hatte und diesem nicht nachgegangen ist. Wäre dem nicht so gewesen, hätte Natascha Kampusch möglicherweise ihr grausames Schicksal erspart bleiben können. Beim Lesen dieser Lektüre musste ich immer wieder Pause machen. Es war oft schwer zu ertragen, was sie erlebt hat. Sie hat ihren Täter auch als Opfer seiner selbst gesehen. Sie hat es geschafft, sich nicht komplett dominieren zu lassen und eigene Wege gefunden, damit ihre Seele nicht zu sehr schaden nahm. Etwas, was man doch sehr bewundern kann. Besonders bemerkenswert empfand ich Nataschas Wandlung von dem jungen Mädchen hin zur selbstbestimmenden Frau. Ich habe, obwohl ich den Ausgang der Geschichte bereits kannte, immer mit ihr gehofft, gebangt und gelitten. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit betete ich innerlich, dass die junge Frau die Chance ergriff und floh. Ich bin sehr froh, die aus den Nachrichten verfolgte Geschichte, um den persönlichen Blickwinkel der Betroffenen selbst, zu hören. Zu erfahren, was sie erzählen möchte und ihr damit zu zeigen, dass sie nicht vergessen ist! Dass es wunderschön ist, dass sie überlebt hat und ich ihr eine wunderschöne Zukunft wünsche, die sie ihre Vergangenheit und die Trauer über die verlorene Zeit, vergessen und überwinden lässt.
Wow
Katharina Lorenz
Ich glaube, ich muss zu dem Fall nichts mehr sagen, da er wahrscheinlich jedem bekannt ist. Ich habe das Buch vor ca. 3 Jahren gelesen und wollte es unbedingt nochmals lesen, da mir der genaue Ablauf nicht mehr im Kopf war. Ich finde, dass Natascha Kampusch sehr ausführlich beschreibt, was ihr passiert ist. Toll, dass sie zu Anfang erst mal ihre Kindheit und Familiensituation beschreibt. Dadurch wurde schnell klar, dass sie sich nicht viel von den Kinder in ihrem Alter unterschieden hat. Und dann passiert das Unfassbare: Natascha wird auf dem Weg zur Schule entführt und über 8 Jahre gefangen gehalten. Sie war an diesem Morgen aus dem Haus gegangen, ohne sich von ihrer Mutter zu verabschieden. Das hat mir gezeigt: gehe niemals im Streit auseinander! Was ihr widerfahren ist, ist schrecklich. Trotz dieser schrecklichen Situation hat sie überlebt und sich schließlich sogar selbst befreit. Ich finde, Natascha Kampusch kann stolz auf sich sein, dies geschafft zu haben. In ihrem Buch beschreibt sie, was sie erlebt hat und wie es ihr damit ging. An vielen Stellen musste ich schlucken und war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Dieses Buch ist für mich etwas ganz besonderes und wird mich wohl auch immer begleiten. Es zeigt, wie wichtig Freiheit ist und dass man niemals aufgeben sollte. Natascha Kampusch hat meinen vollen Respekt!
Wow
Wie Ihr wisst, und wie ich schon öfter dargelegt habe, interessiere ich mich für solche Themen nicht aus Sensationsgier, sondern aus einer pschologischen Sicht. Wenn Aufregerbücher dieser Art auf den Markt kommen, lasse ich mir auch immer Zeit mit dem Lesen, bis der Hype und der Skandal bezüglich solcher Werke in der Öffentlichkeit abgeebt ist, um das Buch abseits der Sensation und der Diskussion darüber einfach so zu bewerten, wie es ist. Das ist nun bei 3096 Tage sehr gut möglich. Weiters habe ich das Buch als Einstimmung zu Natascha Kampuschs neuestem Werk Cyberneider gelesen, um die Autorin auch kennenzulernen. Die Rezension zu Cyberneider geht übrigens Anfang Februar online. Was schon auf den ersten Seiten von 3096 Tage ins Auge springt, ist der Umstand, dass sich Kampusch mit der Formulierung ihrer Biografie von der Journalistin Corinna Milborn und Heike Gronemeier hat helfen lassen. So etwas finde ich eine ausgezeichnete Idee, vor allem auch die Wahl ihrer Helferinnen wurde exzellent ausgeführt und sticht angenehm hervor im Meer der prominenten Dilettanten, die sich Ihr Buch entweder so schlecht und recht selber schreiben oder einen Journalisten beauftragen, der auch nicht strukturiert schreiben und gut formulieren kann. In diesem Fall wird das Werk tatsächlich sprachlich zu einem Gedicht. Alleine wie die Vorstadt von Wien und die Siedlung am Rennbahnweg beschrieben wird, das ist so gut und lyrisch, als obs aus einem Roman wär. Inhaltlich habe ich wirklich detailliert erfahren, was ich alles wissen wollte und auch in einem Stil, der für mich sehr adäquat war. In keiner Situation oder Beschreibung wirkt diese Biografie aus der Sicht des Opfers larmoyant oder selbstmitleidig, im Gegenteil, Kampusch versucht wirklich alles möglichst sachlich und abgekoppelt von ihren derzeitigen Emotionen zu beschreiben, obwohl sie ihre eigenen Gefühle zum Zeitpunkt des Kerkers der Leserschaft schon vermittelt, aber eben sehr analytisch. Manchmal übertreibt sie auch ihren Beobachtungsposten auf sich selbst und wirkt teilweise wie ihre eigene Psychiaterin, die mit dem dementsprechenden ganz schön komplexen psychoanalytischen Fachvokabular um sich wirft, das sie sich nach ihrer Befreiung offenbar angeeignet hat, um zumindest intellektuell zu verstehen, was in der Welt des Täters eigentlich vorgegangen ist. Das klingt dann für die Leser bei all den recherchierten Fachbegriffen und psychischen Mustern manchmal etwas zu überkandidelt, aber ist eben auch eine sehr interessante Bewältigungsstrategie von Kampusch, das völlig Unverständliche irgendwie zumindest psychiatrisch zugänglich zu machen und zumindest ein bisschen zu erklären. Bei all dem bleibt sie aber authentisch und sie selbst - nicht als gefangenes kleines Mädchen und als Opfer, sondern als erwachsene reflektierte und distanzierte Frau, die ihre Lebensgeschichte Revue passieren lässt. Im Detail ist die Täteranalyse, die dabei zustandekommt, richtig brilliant, aber auch die Überlebens- und Gegenstrategien von Kampusch sind sehr interessant zu lesen. Ein paar Mal entstehen Redundanzen im Werk, zum Beispiel, wenn sich Kampusch von der Öffentlichkeit nicht zum Opfer mit Stockholmsyndrom machen lassen will. Alle Redundanzen, die mir aufgefallen sind, waren aber eher ein Mantra für sich selbst, der unbelehrbaren Öffentlichkeit mehrmals zu versichern, wie Kampusch gewisse Situationen interpretiert haben möchte. Oft wurde ihr von der Journaille nämlich nicht zugehört und wie wild sensationsgeiler Schwachsinn spekuliert, was teilweise sogar bis in die Gegenwart anhält, deshalb muss sie das eben mehrmals richtigstellen. Auch die von der Presse in den Dreck gezogene Beziehung zu ihren Eltern wird genau definiert und ehrlich mit den Problemen aber auch mit viel Liebe und Verständnis analysiert- so wie viele Kinder hatte Kampusch präpubertäre Ablösungstendenzen von der Mutter und gröbere Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern. Fazit: Chapeau, Frau Kampusch, für dieses Buch, es ist sehr gut erzählt und sticht auch qualtitativ hervor, Respekt vor Ihrer Person, Ihrer Geschichte und wie Sie damit umgegangen sind.
4 Wows
papiergefunkel
Ich denke, dass fast jeder Nataschas Geschichte in ihren Grundzügen kennt. Ich habe nur grob gewusst was passiert ist und habe auch nie Filme oder Bücher dazu gelesen. Bis jetzt. Mir hat die Biografie sehr gut gefallen. Man bekam private Hintergrundinformationen zu Nataschas Leben und es wurde nichts unnötig dramatisch dargestellt und romantisiert. Das hätte der Geschichte nicht gut getan. Die Geschichte aus dieser Perspektive vermittelt zu bekommen, war eine große Bereicherung für mich. Natürlich war es keine allzu spannungsreiche Geschichte und auch die „Protagonisten“ wurden sehr neutral und schlicht definiert. Aber das ist auch nicht Sinn und Zweck des Buches. Von daher würde ich am liebsten keine übliche Bewertung mit einer Punktevergabe vornehmen, und einfache nur mein Fazit dalassen, dass es eine aufklärende und berührende Biografie aus der Sicht von Natascha ist. wer sich genauer mit der Geschichte von Natascha beschäftigen möchte und unverblümt erfahren möchte wie sich alles zugetragen hat, kann gerne dieses Buch lesen.
Wow
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