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Gegenwartsliteratur
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SUMMARY
Paul Auster, der bekannte amerikanische Bestsellerautor, legt in Gestalt eines Rätselspiels sein bisher umfangreichstes Werk und Opus magnum vor: die vierfach unterschiedlich erzählte Geschichte eines jungen Amerikaners in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts – ein Epos voll mit Politik, Zeitgeschichte, Liebe, Leidenschaft und dem wechselvollen Spiel des Zufalls.
«4 3 2 1» – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson, von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf. «Was für ein interessanter Gedanke», sagt er sich als kleiner Junge, «sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte.»
Im Verein mit der höheren Macht einer von Paul Auster raffiniert dirigierten literarischen Vorsehung entspinnen sich nun vier unterschiedliche Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …
«4 3 2 1» ist ein faszinierendes Gedankenspiel und ein Höhepunkt in Austers Schaffen. Seine großen Themen, das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam – alle sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.
(Einige Kapitel mit Nummerierung, aber ohne Text in diesem Buch sind künstlerische Absicht des Autors, keine technischen Fehler.)
AUTHOR BIO

Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaften an der Columbia University und verbrachte nach dem Studium einige Jahre in Frankreich. International bekannt wurde er mit seinen Romanen Im Land der letzten Dinge und der New-York-Trilogie. Sein umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen Romanen auch Essays und Gedichte sowie Übersetzungen zeitgenössischer Lyrik.

Thomas Gunkel, geboren 1956, übersetzt seit 1991 Werke u.a. von Stewart O'Nan, John Cheever, William Trevor und Richard Yates. Er lebt in Schwalmstadt/Nordhessen.

Werner Schmitz ist seit 1981 als Übersetzer tätig, u. a. von Malcom Lowry, John le Carré, Ernest Hemingway, Philip Roth und Paul Auster. 2011 erhielt er den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis. Er lebt in der Lüneburger Heide.

Nikolaus Stingl, geb. 1952 in B.-Baden, übersetzte unter anderem William Gaddis, William Gass, Graham Greene, Cormac McCarthy und Thomas Pynchon. Er wurde mit dem Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis, dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Paul- Celan-Preis und dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet.

BOOK DETAILS

EDITION
31.01.2017
TYPE
eBook
ISBN
9783644050112
LANGUAGE
German
PAGES
1264
KEYWORDS
New York, USA, Politik, 4321, eins, Zeitgeschichte, Aufwachsen, Gegenkultur, Kindheit, Auster, vier, Jugend, Literatur, Schreiben, zwei
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REVIEWS
Reviewed by anni k. mars, seeker7 and other
annikmars
seeker7
mrstrikehardt
anni k. mars
In diesem Buch dreht sich alles um Archibald Ferguson, geboren und aufgewachsen in den 1950er und 60er Jahren in den USA. Das ist aber schon fast alles, was die vier Archies gemeinsam haben. Denn dieses Buch beschreibt vier Varianten des gleichen Lebens. Vier verschiedene Ausformungen des gleichen Individuums, das von seiner Umwelt beeinflusst wird. Das hat mich an diesem Roman so interessiert. Da er mehr als 1200 Seiten lang ist, wusste ich auch, dass es ein detailreicher Spaß werden wird und das mag ich ja sehr gern. Archie wird als Sohn von Rose und Stanley Ferguson geboren, deren Liebes- und Familiengeschichte wir im ersten Kapitel 0.1 erfahren, sodass wir einen guten Überblick über ihre Lebensumstände haben. Das ist die Ausgangssituation. Ein Archie hat eine gute Beziehung zu seinem vom Pech verfolgten Vater Stanley, ein anderer Archie hält überhaupt nichts von seinem Erzeuger. Ein Archie interessiert sich für Journalismus und die politischen Unruhen an den amerikanischen Universitäten, ein anderer beachtet eher die Sportergebnisse in der Zeitung. Ein Archie schreibt gern Geschichten und Gedichte, ein anderer treibt lieber Sport wie Baseball und Basketball. Ein Archie verliebt sich in ein Mädchen, ein anderer Archie hat dieses Mädchen zur Schwester. Ein Archie ist ein Weiberheld, ein anderer ist bisexuell. Und so könnte man diese Liste ewig weiterführen. Auster hat wirklich sehr gut dargestellt, wie bestimmte Lebensumstände zu bestimmten Abneigungen, Vorlieben und Verhaltensweisen führen können. Wie die Beziehung zu unseren Eltern alle kommenden Beziehungen beeinflussen. Und auch, wie ein Leben durch einen blöden Zufall ausgelöscht werden kann. Die Abschnitte der gleichen Zeitspanne sind sehr unterschiedlich gestaltet, sodass man nicht auf schnöde Doppelungen oder ähnliche Sätze trifft. Der Autor legt in den verschiedenen Archieleben ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Zum Schreibstil des Autors muss allerdings auch etwas gesagt werden, denn der wird nicht jedem gefallen. Die Sätze sind unheimlich lang. Dabei aber nicht verwirrend und zu verschachtelt. Ich fand es im Gegenteil sehr fließend und angenehm, so lange Sätze zu haben. Außerdem gibt es extrem wenig Dialog in diesem Buch. Es wird eigentlich alles ‚erzählt‘ und das könnte doch den einen oder anderen stören. Selten ist man so richtig ‚mitten im Geschehen‘. Es wird von einem personalen Erzähler erzählt, der ab und zu auch wertend kommentiert oder Geschehnisse vorwegnimmt. In den Archie Leben werden viele historische Ereignisse wiedergegeben, beispielsweise der Mord an JFK oder die studentischen Unruhen. Es war besonders spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Archies auf diese Ereignisse reagierten. Die Erzählweise ist ein tolles Experiment und ich hätte in diesem Stil gern noch weiter gelesen.
2 Wows
Darf man sich als Hobby-Rezensent wirklich an so ein Monumental-Werk eines der profiliertesten lebenden Schriftstellers heranwagen? Ja - man darf. Man darf zu allem eine Meinung haben - dabei erhebe ich natürlich in keiner Weise den Anspruch, auf irgendwelche literaturwissenschaftlichen Kompetenzen zurückgreifen zu können. Vermutlich habe ich noch nie so lange ungeduldig auf ein Buch gewartet. Nach dem - von den meisten Kritikern gefeierten - Erscheinen des Romans vor genau einem Jahr wollte ich es gerne als Hörbuch genießen. Irgendwann im Spätherbst habe ich dann aufgegeben: Ich wollte es endlich persönlich kennen lernen! Also doch lesen - ca. 1300 Seiten! Der beste - und gleichzeitig naheliegenste - Zugang zu diesem Buch ist die Frage nach dem seltsamen Zahlen-Titel. Die Antwort legt die Grundidee und das Grundkonzept dieses ur-amerikanischen Entwicklungsromans offen: Das Leben des Archie Ferguson wird in vier verschiedenen Versionen erzählt. Von einem identischen Startpunkt aus - definiert durch die Vorgeschichte seiner Eltern, deren Herkunftsfamilien und Verwandten zum Zeitpunkt seiner Geburt - ranken vier Lebensläufe bis ins junge Erwachsenenalter. Erzählt wird das überwiegend brav chronologisch in jeweils vier, später drei parallelen Kapiteln (1.1, 1.2, 1.3, 1.4; 2.1 ...usw.). Warum irgendwann eine Kapitel-Version leer bleibt, vermag man sich mit etwas Fantasie auszumalen... Bevor es also überhaupt um Personen, Geschichten und Themen geht, steht schon mal eine sehr prinzipielle philosophische Idee im Raum: Lebensläufe werden durch eine nicht zu überblickende Zahl von Umständen, Gegebenheiten und Zufällen bestimmt. Prinzipiell könnte in einem noch so kleinen Ereignis die entscheidende Weichenstellung für den weiteren Lebensweg stecken. Alles was auf diesem einen Geschehen (Begegnung, Unfall, verpasster Termin, usw.) aufbaut, wäre sonst schlichtweg nicht geschehen. Letztlich könnte sich daraus ein anderes Leben ergeben... AUSTER beschränkt sich auf vier alternative Erzählungen - er hätte natürlich auch 23 oder 3785 Varianten wählen können. Er spielt in diesen vier Biografien mit dem Verhältnis zwischen Konstanz (bestimmte Bedingungen bleiben ja gleich oder ähnlich) und Verschiedenheit (aufgrund von eingeführten Unterschieden bei Personen und Ereignissen). In welche Welt führt uns Paul AUSTER? Es ist die Welt der 50iger bis 70iger Jahre im Ostküsten-Amerika. Die Welt des Schmelztiegels, in dem Einwanderer ganz unten anfangen und der nächsten Generation mit viel Einsatz gute Startchancen schaffen. Die Welt des wachsenden Wohlstands einer weißen Mittelschicht, in der bald die Autos, das TV-Gerät, der Grillabend und das Tennis-Match dazugehören. Die Welt der zunehmenden Entfremdung zwischen den Generationen, exemplarisch dargestellt am Kampf um Bürgerrechte für Schwarze und die erbitterte Auseinandersetzung um den Vietnam-Krieg. Die Welt des Baseballs als Kristallisationspunkt für Heldengeschichten und einmalige emotionale Höhepunkte. Das alles und noch viel mehr ist der zeitgeschichtliche Hintergrund für die handelnden Personen, die in diesem Umfeld leben, sich entwickeln, lernen und lieben. Mehr als alles andere zeigt uns aber AUSTER seine - so darf man wohl ungestraft annehmen - persönliche Lieblingswelt: die Literatur. Ferguson befindet sich - letztlich auf allen seinen vier Wegen - im engen Kontakt mit Menschen, die schreiben, die (unglaublich viel!) lesen, die über Literatur unterrichten, die Bücher verlegen, übersetzen, verkaufen, lieben.... Natürlich werden die meisten Fergusons auch selbst Journalisten, Übersetzer, Schriftsteller.... Angesichts der - ungelogen - Hunderten genannten und angepriesenen Autoren und Werken wurde mir schon fast schwindelig. Man bekommt irgendwann das Gefühl, ein hoffnungsloser literarischer Analphabet zu sein - so selbstverständlich wird man mit dem Kanon der relevanten Literatur der letzten 200 Jahre konfrontiert. Und die Menschen (zumindest einige) dort in dem Buch scheinen das alles zu lesen (gelesen zu haben). Unfassbar! Ja: Es geht auch um Liebe - hetero- und homosexuelle, um Freundschaft, um Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, um das ganze pralle Leben. Aber es ist immer ein intellektuelles Leben, ein Leben von Studenten, Künstlern, politischen Aktivisten. Ich will mich etwas zügeln und zu meiner Bewertung kommen. Vielleicht ist es schon durchgeklungen. Meine Begeisterung war und ist nicht ungetrübt. Bei allem Respekt vor Detailverliebtheit und vor dem intensiven Eintauchen in die minutiöse Beschreibungen von Abläufen und Situationen: Es war mir manchmal einfach zu viel! Zu viel Baseball, zu viel Büchertitel, zu viel Treffen in zu vielen Studentenkneipen, usw. Um auf den Ausgangsgedanken zurückzukommen: Mir hätte es besser gefallen, wenn sich verschiedenen Wege des Archie Fergusons etwas mehr in die Breite entfaltet hätten, wenn sie mehr unterschiedliche und gegensätzliche Lebensbereiche gestreift hätten. Trotzdem: Wer Zeit und Ruhe für so einen "Schinken" hat, der wird auch belohnt. Immer wieder stößt man auf Überlegungen und Aussagen, die man gleich notieren möchte - für die Ewigkeit. Toll ist es auch, wenn AUSTER zur Technik "Buch im Buch" greift: Da seine Hauptfiguren (insbesondere Archie) selbst Schriftsteller sind, werden immer mal wieder Buch-Ideen vorgestellt und zwischendurch mal eben eine originelle Kurzgeschichte eingeflochten. So kann sich ein leidenschaftlicher Geschichten-Erzähler ungebremst austoben! Genug! Ich denke: Wer bis hierhin gelesen hat, dürfte inzwischen eine Idee davon bekommen haben, ob das ein Buch für den nächsten Urlaub sein könnte (Achtung: Kurz-Urlaube eignen sich definitiv nicht!).
5 Wows
4 3 2 1 ist Paul Austers Magnum Opus. Nicht nur aufgrund des Umfangs, der mehr als 1200 Seiten (in der Englischen Originalausgabe sind es "nur" 800 Seiten), sondern vor allem des Inhalts. Es ist schier unmöglich diesen zusammenzufassen. Das Buch umspannt die amerikanische Geschichte, ab Neunzehnhundert mit Fokus auf den 50iger und 60iger Jahren in New York City und New Jersey und „Ausflüge“ nach Paris und London. Der Protagonist Archie Ferguson durchlebt die Zeit der Studenten- und Rassenunruhen vierfach aus immer unterschiedlichen Blickwinkeln (eingegrenzt auf das künstlerische, bürgerliche Milieu), gleichzeitig nehme ich als Leser Anteil am Erwachsenwerden, seinen Zweifeln, seinem Hunger auf Sex (mit weiblichen wie männlichen Partnern) sowie auf Literatur. Austers Coup, Archie Ferguson in vierfacher Ausfertigung zu präsentieren, ist gelungen. Jeder Lebensabschnitt ist spannend und elegant geschrieben (typisch Auster), auch wenn ich mich dem einen Archie näher fühlte als anderen (wem wird nicht verraten). Wenn am Ende nur noch einer übrig bleibt, glaubt man gar nicht, dass die (Zeit)reise vorbei ist und möchte am liebsten wieder an den Anfang springen.
Wow
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