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Mason, Der WintersoldatMason, Der Wintersoldat
Daniel Philippe Mason

Mason, Der Wintersoldat

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SUMMARY
"Dieser Roman überzeugt mit jedem Satz."
Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr

Lucius ist zweiundzwanzig Jahre alt und ein hochbegabter Medizinstudent in Wien, als der Erste Weltkrieg ausbricht. In der Vorstellung, an ein gut ausgestattetes Lazarett zu kommen, meldet er sich freiwillig. Tatsächlich landet er im eisigen Winter 1914 in einem abgelegenen Dorf in den Karpaten, in einer zum Behelfshospital umfunktionierten Kirche. Allein mit einer rätselhaften, jungen Nonne namens Margarete, muss er die schwer Verletzten versorgen, er, der noch nie ein Skalpell geführt hat. Margarete bringt ihm alles bei und als sie sich verlieben, auch das. Aber wer ist sie wirklich?

Eines Tages bringt man ihnen einen bewusstlosen Soldaten, der äußerlich keine Verletzungen aufweist, aber so traumatisiert ist, dass er zu sterben droht. Ein bislang unbekanntes Krankheitsbild, Folge des ununterbrochenen Granatenbeschusses. Lucius entdeckt eine Heilungsmethode, auf die der Soldat anspricht. Aber als ein Aushebungskommando kommt und den Mann wieder an die Front schicken will, trifft Lucius gegen den Rat von Margarete eine folgenschwere Entscheidung. Daniel Masons großartig geschriebener, aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von Liebe gegen alle Wahrscheinlichkeit, von verhängnisvollen Fehlern und von Sehnsucht und Sühne.

BOOK DETAILS

PUBLISHER
EDITION
18 Jul 2019
TYPE
eBook
ISBN
9783406739620
LANGUAGE
German
PAGES
430
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REVIEWS
Reviewed by gwyn and skiaddict7
gwyn
skiaddict7
Der erste Satz: »Sie befanden sich fünf Stunden östlich von Debrecen, als der Zug auf der menschenleeren Ebene am Bahnhof hielt.« Der 22-jährige Wiener Medizinstudent Lucius wird als Sanitätsoffizier während des 1. Weltkriegs von Wien nach Nemnowice, Galizien, in die Karpaten geschickt, nahe dem Uschok-Pass, der ungarischen Grenze. Ihm fehlen noch zwei Semester zum Abschluss und bisher hatte er seinen Focus eher auf neurologische Dinge gelegt, will später in die Forschung gehen, er hat sich für eine Universitätslaufbahn entschieden. Nun steht er hier als einziger Arzt in einem heruntergekommenen Kriegslazarett in den abgelegenen Wäldern, in das täglich mit neue Verletzte von der nahen Russlandfront eingeliefert werden. Noch nie hat er chirurgische Eingriffe geübt, amputiert. Die einzige Krankenschwester, eine Nonne namens Margarete, zeigt ihm, was handwerklich zu tun ist. Sie hatte bereits seinen Vorgänger eingearbeitet, der sich aus dem Staub gemacht hatte. Immerhin spricht Lucius neben Deutsch auch fließend Polnisch, ein wenig Ungarisch, nur das örtliche Ruthenisch versteht er nicht. Als Lazarett dient eine alte Kirche, man ist schlecht ausgestattet, aber das größte Problem sind Läuse und Ratten – denn die schleppen bekanntlich neue Krankheiten herein. Stück für Stück lernt Lucius sein Handwerk von einer Krankenschwester. Er selbst ist ins Kriegsgeschehen nicht involviert, hört nur das Grollen der Kanonen in der Ferne. So mancher Soldat, der auf den Karren herangeschafft wird, erreicht nicht mehr lebend das Lazarett und von anderen weiß man, dass sie den Tag nicht überleben werden. Die Arbeit der Helfer in der Karbolkaserne ist hart, physisch, wie auch psychisch, Nahrung ist immer knapp bemessen, besonders im Winter. »Margarete schlug die Decke wieder zurück. Der Soldat auf der Schubkarre regte sich nicht, die einzige Bewegung war das Flirren des schmelzenden Schnees auf seinem Mantel. … An seinen Lippen klebte ein Stück trockenes Gras, das sich plötzlich bewegte. Er atmete!« »Stets ging ihrem Zustand ein Granatangriff auf einen Unterstand, einen Schützengraben, einen Sanitätswagen voraus. Und dann setzten die Symptome ein, manchmal erst nach Stunden: Das Zittern, das Zucken, die Lähmungen, der torkelnde Gang, die grotesken Verrenkungen der Arme.« Eines Tages landet bei ihnen ein Soldat, der körperlich völlig in Ordnung scheint, aber er bewegt sich nicht, spricht nicht. Psychische Ursachen, Schockverhalten, vermutet Lucius, den genau solche Symptome interessieren. Margarete und er kümmern sich intensiv um den Patienten und ganz langsam erholt er sich. Immer wieder fällt in das Lager ein Kommando ein, das sogenannte kampffähige Männer abtransportiert. Lucius ist verzweifelt, wenn man einkassiert, Männer die noch lange nicht halbwegs gesund sind, Amputierte, sie machen vor niemandem Halt. Der Arzt hat kein Mitspracherecht. »Inmitten eines gelben Meers aus Ackersenf und im Windschatten der Weide legten sie sich auf eine der Decken ins hohe Gras.« Eine kurze Liebesgeschichte entwickelt sich zwischen Lucius und Margarete, doch sie werden bald getrennt. Detailreich und mit historischer Präzision berichtet Anthony Doerr im geschichtsträchtigen Kontext über Orte und Landstriche, die uns kaum bekannt sind. Es befindet sich auch eine Landkarte im Inneren des Buchdeckels. Der Autor hat Medizin studiert und er ist Psychiater, schildert so kenntnisreich das posttraumatische Syndrom und Kriegsverletzungen, insbesondere hier die Verletzungen die bittere Kälte nach sich zieht. Im Russlandfeldzug starben bekanntlich in beiden Weltkriegen mehr Soldaten an Kälte, unhygienischen Verhältnissen und Unterernährung als an ihren Verletzungen. Eindrucksvoll wird auch der Zusammenhang zwischen Seuchen in Verbindung mit Läusen und Ratten dargestellt. Lucius, ein naiver junger Medizinstudent, glaubt, er wird Teil eines Ärzteteams, bestens ausgerüstet, als Assistent an die Front geschickt, wird mit der Wirklichkeit konfrontiert und muss sich schnell in seine ungewollte Rolle einfinden. Bestens theoretisch ausgebildet, nützt ihm dieses Wissen nur bedingt etwas. Der Roman gewinnt an Kraft durch die Sprache, die eine wilde Schönheit der Landschaft darstellt, die Kälte spüren lässt, menschlichen Zusammenhalt zeigt. Auf der anderen Seite wird die unbarmherzige Kriegsmaschinerie gezeigt, bei der ein Solat lediglich als Kanonenfutter fungiert. Die Charaktere sind scharf gezeichnet, blättern Menschlichkeit und Unmenschlichkeit auf, zeigen, wie weit man an Aufgaben wachsen kann. Danile Mason schafft es, schriftstellerisch Bilder einzufangen: Situationen, Landschaften und innere Zustände, die den Leser in Bann ziehen. Ein historischer Roman, der in seiner Gesamtheit beeindruckend ist. »In Lemnowice hatte Margarete ihm beigebracht, nur im Notfall zu amputieren. Nun jedoch entfernte er selbst bei einfachen Brüchen eine Gliedmaße, nur um den Soldaten die Qualen der Fahrt in einem ruckelnden Zug zu ersparen. Manchmal dachte er, das hatte nichts mehr mit Medizin zu tun; Metzelei hätte es besser getroffen. Er war zum Schlachter und Knochenbrecher geworden.« Daniel Mason, 1976 geboren, ist Schriftsteller und Psychiater, arbeitet als Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Universität Stanford. Sein Debütroman »Der Klavierstimmer Ihrer Majestät« (dt. 2003) wurde in achtundzwanzig Sprachen übersetzt und auch fürs Theater und die Oper adaptiert. Eine Verfilmung ist geplant.
1 Wow
Ein wunderschöner Roman, der mich sprachlos zurücklässt. Schon immer träumte Lucius von der Medizin. Entgegen dem Willen seiner Eltern schreibt er sich fürs Medizinstudium ein. Obwohl er das Studium interessant findet, möchte er doch so schnell wie möglich mit richtigen Patienten arbeiten. Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht, Lucius ist gerade mal zweiundzwanzig, wittert er seine Chance und schreibt sich als Sanitätsoffizier ein. In seiner Vorstellung kommt er in ein gut ausgestattetes Lazarett, wo er unter ärztlicher Anleitung eigene Patienten betreut. Doch die Realität sieht anders aus. Nach einer langen Wartezeit und einer beschwerlichen Reise kommt er im bitterkalten Winter 1914 in einem kleinen Dorf in den Karpaten an. Das Lazarett ist eine umfunktionierte Kirche, er ist der einzige Arzt. Margarete, eine Nonne und Krankenschwester, hat seit der Flucht des letzten Arztes die Patienten allein betreut – Amputationen vorgenommen, Wunden behandelt, und vieles mehr. Sie merkt schnell, dass der „Pan Doktor“, wie ihn alle nennen, bisher nie ein Skalpell in der Hand hatte. So lernt Lucius nach und nach von Margarete alles, was sie über die Medizin weiß. Doch die Medizin hier ist anders, als Lucius sie sich vorgestellt hat. Anstatt Heilung geht es hier darum, die Patienten so gut wie möglich wieder zu „flicken“, dann geht es zurück an die Front. Noch verstörender sind die Patienten, die keine erkennbaren Wunden haben. „Kriegsneurose“. Männer, die unvorstellbare Grauen erlebt haben, können auf einmal nicht mehr sprechen, nicht mehr gehen, nicht mehr stehen, obwohl sie keine erkennbaren Verletzungen haben. Der erste seiner Patienten mit Kriegsneurose ist auch der, an dem Lucius einen folgenschweren Fehler begeht, der ihn jahrelang verfolgen wird…. Dieses Buch lässt mich absolut sprachlos zurück. Es ist gut und mitreißend geschrieben, die medizinischen Details realistisch dargestellt. Der Krieg wird nüchtern beschrieben, aber so, dass man sich die Handlung lebhaft vorstellen kann. Die Handlung ist spannend, so dass man das Buch nicht mehr beiseitelegen will. Masons Charaktere sind detailreich und abgerundet. Besonders Margarete und Lucius Mutter hatten es mir angetan. Häufig erinnerte mich die Schreibweise und die Reise dieses jungen Medizinstudenten an „Der Medicus“ von Noah Gordon, obwohl Lucius Erlebnisse sich vom Medicus sehr unterscheiden. Fazit: ein hervorragender, medizinisch akkurater Roman mit „Wow“-Effekt. Eines der besten Bücher des Jahres!
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