mojoreads
Community
Die Detektive vom Bhoot-Basar
Deepa Anappara

Die Detektive vom Bhoot-Basar

!
4.4/5
7 Ratings
!
Want to Read
!
Reading
!
Read
!
INFO
!
MOJOS
!
REVIEWS
SUMMARY
Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist). Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert ... "Die Detektive vom Bhoot-Basar" erzählt von den Farben und Widersprüchen des heutigen Indien, von sozialen und religiösen Spannungen, Korruption und Ungerechtigkeit, vor allem aber von der unbesiegbaren Vitalität dreier Kinder, von deren Wagemut, Unschuld und überbordender Phantasie. Ein literarisches Debüt von besonderer emotionaler Tiefe, schon vor dem Erscheinen viele Male ausgezeichnet und bislang in 16 Sprachen übersetzt. Deepa Anappara bringt einen wahren Kriminalfall und eine mitreißende Coming-of-Age-Story zusammen mit der Magie einer großen Erzählung. Ein seltenes Glück.
AUTHOR BIO
Deepa Anappara wuchs im südindischen Kerala auf und arbeitete in Delhi und Mumbai als Journalistin, bevor sie an der University of East Anglia im englischen Norwich Creative Writing studierte. Für ihre Arbeiten zu den Auswirkungen von Armut und religiöser Gewalt auf die kindliche Entwicklung erhielt sie mehrere Preise und Auszeichnungen. "Die Detektive vom Bhoot-Basar", ihr erster Roman, wurde bislang in 16 Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Bridport/Peggy Chapman-Andrews Award, dem Lucy Cavendish Fiction Prize und dem Deborah Rogers Foundation Writers Award ausgezeichnet. Deepa Anappara lebt in der englischen Grafschaft Essex.
MOJOS
!
Does this book have mojo?
Let others know why they should read it!
REVIEWS
Reviewed by stricki, Casaplanca and 3 others
stricki
casaplanca
renee
annamagareta
elena_liest
Indien aus Sicht eines kleinen Jungen, der in einer Großstadt in den Slums lebt. Wo plötzlich immer mehr Kinder verschwinden. Zuerst ist das alles noch ein großes Abenteuer für Jai, der gerne ein berühmter Detektiv wäre wie seine Helden aus dem Fernsehen aus Police Patrol. Auch seine Freunde ermitteln begeistert mit. Deepa Anappara entführt in das heutige Indien, wo Armut und Reichtum Tür an Tür leben, die Slumbewohner erledigen die niedrigen Arbeiten für die Hifi-Menschen in den abgeschotteten Hochhaustürmen, deren Luxus für sie unerreichbar ist. In einfacher Kindersprache erzählt sie vom Leben im Basti, ohne Strom und fließend Wasser, und mit kaum genug zu Essen. Die Eltern arbeiten rund um die Uhr, selbst die Kinder nehmen jeden Job an, den sie kriegen können. Oder sie erledigten die Hausarbeit. Über allem liegt ein fieser gesundheitsschädlicher Smog, die Ärmsten der Armen leben und arbeiten auf der Müllkippe. Für Kinder und vor allem für Mädchen oder Frauen ist es lebensgefährlich, bei Dunkelheit oder alleine das Haus zu verlassen. Die Slumbewohner, die Nachbarn halten zusammen. Aber auch hier gibt es Unruhen und Diskriminierung der muslimischen Bevölkerung. Die Polizei und die Politiker sind korrupt. Die Gesellschaftskritik spielt sich im Hintergrund ab, vordergründig ist die spannende Geschichte der verschwundenen Kinder. Richtiggehend traurig, wie der tapfere kleine Jai erkennen muss, dass er kein echter Detektiv ist, sich die Puzzleteilchen aber immer weiter zusammensetzen. Es kommt zu Krawallen, die Armen stürmen einen Wohnblock der Reichen, der an ihr Basti angrenzt. Die Geschichte ist durchsetzt von indische Begrifflichkeiten, was meinen Lesefluss immer wieder störte, was dem Ganzen aber auch eine gewisse Intensität und Exotik verlieh. Insgesamt eine starke Geschichte, die mich sehr berührte und die ich gespannt verschlungen habe.
2 Wows
Casaplanca
Geht unter die Haut Das Buch “Die Detektive vom Bhoot-Basar” von Deepa Annapara hat auch nach dem lesen eine ganze Weile in mir noch nachgeklungen. Die Handlung ist wie ein Krimi aufgebaut, es gibt die Opfer, entführte Kinder, Täter, und die Detektive,also die Kinder, die hier wohnen und es gibt auch noch die Polizei. Das Buch hat ein leuchtend buntes Cover, das nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es ein sehr ernsthaftes Thema hat. Wir begleiten beim Lesen die verschiedenen Kinder, die in diesem Basti wohnen und teilen mit ihnen ihre Gedanken und Gefühle, das heißt, wir sehen das ganze Geschehen aus kindlicher Sicht, was sich für mich sehr gut liest. Auch die späteren Opfer begleitet man und wird trotzdem erstmal im Unklaren gelassen. Die Darstellung dieser Seite von Indien wirkt sehr authentisch und fühlt sich echt an, es gibt viel Liebe und Zusammenhalt in den Familien, aber es gibt auch sehr viel Armut, Schmutz, Hunger und Korruption. Es sind ganz viele Themen, die in diesem Buch aufgegriffen und angerissen werden, fast zu viele. Die Hauptcharaktere Jai, Pari und Faiz werden sehr gut vorgestellt und haben viele Stärken, aber auch Schwächen, was sie sehr menschlich macht und einem ans Herz wachsen lässt. Durch ihre Augen lernen wir Indien ein wenig kennen und auch lieben, der Zauber Indiens mit den vielen Farben, Gerüchen und Geräuschen wird auf eine ungewohnte und sehr tolle Art vor einem ausgebreitet und man darf mit den Kindern in dieses Gewühl eintauchen. Es ist ein rundum gelungenes Buch, dass ich hier sehr gerne weiterempfehle.
Wow
Indisches Sozialdrama Bei diesem Buch handelt es sich um eine interessante und lesenswerte Gesellschaftskritik aus der Sicht eines Kindes, eines betroffenen Kindes, weil es der ärmeren Gesellschaftsschicht angehört, ein indischer Junge, der neunjährige Jai. Dieses Buch ist spannend geschrieben und es hat mich wunderbar unterhalten. Es bringt dem Leser die indische Welt, das indische Denken, das indische Leben, die indische Mystik näher. Da die Geschichte durch das Auge eines indischen Kindes blickt, aus der Sicht eines Kindes erzählt wird, ist der Blick natürlich etwas eingeengt. Erwachsener hätte mir das Ganze natürlich noch viel besser gefallen. Aber dennoch ist das Buch informativ, spannend und auch interessant. Es verschwinden Kinder aus einem Basti, einer Siedlung der indischen Armen innerhalb einer Großstadt. Der neunjährige Jai und seine Freunde, die kluge Pari und der muslimische Faiz werden kurzerhand zu den Detektiven und versuchen das Verschwinden der Kinder aufzuklären. Dafür, dass sie zur Zielgruppe gehören, gehen sie recht unbedarft mit der Gefahr um. Kindlich unbedarft eben. Aber was sollen sie auch machen? Eine Alternative gibt es für sie nicht. In dem Buch werden dann die Reaktionen der Polizei und der Mächtigen des Landes geschildert, es wird geschildert, wie polemische Strömungen diese Geschehnisse ausnutzen, um an Einfluss zu gewinnen und religiöse Spannungen zu vertiefen und es werden auch die Spannungen und Benachteiligungen beschrieben, die zwischen den Geschlechtern bestehen. Und das aus der Sicht des Kindes. Trotzdem ein Kind aus seiner kindlichen Sicht heraus berichtet, entsteht ein anklagendes Bild der heutigen indischen Gesellschaft mit ihren Umweltproblemen und gerade dem westlichen Leser wird klarer wie ärmere Menschen in Indien leben müssen. Ich würde sagen, Deepa Anappara ist es wunderbar gelungen, ein lebensechtes Bild des heutigen Indien zu entwerfen und sie lässt in ihrem Buch gerade die Menschen zu Wort kommen, auf die in Indien keiner hört, Indiens Arme. Man kann nur hoffen, dass dieses Buch vielleicht hilft Bestehendes zu verändern. Auch wenn ich das nicht glaube.
6 Wows
annamagareta
Erschütternd – ein beeindruckendes Debüt „Die Detektive vom Bhoot-Basar“ ist das Debüt der Autorin Deepa Anappara. Der neunjährige Jai interessiert sich für Detektivgeschichten und verfolgt diese eifrig im Fernsehen. Nachdem einer seiner Klassenkameraden verschwunden ist, will er das Verschwinden gemeinsam mit seinen Freunden Pari und Faiz aufklären. Dazu begibt er sich mit ihnen in die dunkelsten Viertel der Stadt. Nach und nach verschwinden immer mehr Kinder und von der Polizei ist keine Hilfe zu erwarten. Die Handlung wirft einen von der ersten Seite an mitten in das Geschehen. Jai ist ein cleverer und sympathischer Protagonist und die Geschichte wird zu einem großen Teil aus seiner Perspektive erzählt. Aus der Sicht eines Kindes, das die Gefahren nicht immer wahrnimmt und für das, die für den Leser erschreckenden Verhältnisse alltäglich sind. Die Lebensumstände, die Armut und die Kultur werden detailliert und lebendig beschrieben, so dass man während des Lesens das Leben in Indien und dass der Kinder in den Slums bildhaft vor Augen hat. Der Smog, der Dreck und der farbenfrohe Markt werden ebenso authentisch beschrieben wie die Diskrepanz zwischen arm und reich. Das Buch lebt von Kontrasten. Die Einblicke, die man hier bekommt, sind nahezu unvorstellbar und teilweise nur schwer auszuhalten. Kinderarbeit und Korruption sind alltäglich. Die Rahmenhandlung umfasst eine Detektivgeschichte, wie es sie zu tausenden gibt, aber dahinter verbirgt sich ein sozialkritischer Roman, der das Leben, der armen Gesellschaft in Indien aufweist und der alles andere als leicht verdaulich ist. Am Ende des Buches befindet sich ein hilfreicher Glossar, in dem die wichtigsten indischen Begriffe erklärt werden und auf den ich gerne zurückgegriffen habe. Die abschließenden Worte der Autorin runden den Roman perfekt ab. Mein Fazit: Ein äußerst atmosphärischer, aufrüttelnder und erschreckender Roman, der mich gedanklich noch einige Zeit beschäftigen wird.
1 Wow
Jai lebt mit seiner Familie in einer Basti, einem Slum in Indien. Als einer seiner Klassenkameraden spurlos verschwindet gründen Jai, seine Freundin Pari und sein Freund Faiz einen Detektivclub und versuchen, auf eigene Faust zu ermitteln. Denn die Polizei tut nichts, sie überlässt die Menschen ihrem Schicksal. Als aber immer mehr Kinder verschwinden, kippt die Stimmung in Jai's Basti und die Angst greift um sich... Deepa Anappara verbindet in ihrem Debütroman "Die Detektive vom Bhoot-Basar" auf ganz besondere weise Witz, Freude und Lebensmut mit Trauer, Elend und Armut. Sie hat mit Jai und seinen FreundInnen wundervolle und besondere ProtagonistInnen geschaffen. Denn sie sind alle drei Kinder, gerade neun Jahre alt. So bekommt der Leser einen ganz besonderen Einblick in das arme Indien, in die Slums und das Elend, das dort herrscht. Die Autorin hat ihr Hauptaugenmerk aber nicht darauf gelegt, sondern zeigt mit ihrer Geschichte, dass die Kinder in den Armutsvierteln trotz ihrer schlimmen Situation Glück ausstrahlen, clever und wagemutig und vor allem fantasievoll sind. Zwischen dem ganzen gedanklichen Überschwang von Jai streut sie in kleinen Nebensätzen immer wieder die religiösen Spannungen, die Korruption und die unglaubliche Ungerechtigkeit ein, was mich sehr betroffen gemacht hat. Gerade in ihrem Nachwort weist Deepa Anappara nochmals darauf hin, dass sie mit ihrem Buch den Kindern in den Slums von Indien gerecht werden wollte. Es sollte eine Geschichte sein, die nicht nur von Trauer, Gewalt und Armut erzählt, sondern die Kinder im Ganzen darstellt, in all ihren Facetten. Für mich hat sie das sowohl inhaltlich, als auch sprachlich sehr gut hinbekommen. Gerade die vielen indischen Ausdrücke haben die Geschichte für mich sehr authentisch gemacht. "Die Detektive vom Bhoot-Basar" ist ein Buch voller emotionaler Tiefe, das ich sehr empfehlen kann. Wer nach einer außergewöhnlichen Geschichte sucht, wird hier fündig. Ich vergebe 5 / 5 ⭐.
2 Wows
German
  
English
mojoreads Instamojoreads Twittermojoreads Facebook