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Robert Menasse

Die Hauptstadt

Fiction
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4.7/5
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SUMMARY
In seinem großen europäischen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen - »zu den Akten legen« wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar.
AUTHOR BIO

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

BOOK DETAILS

EDITION
© 2017
TYPE
eBook
ISBN
9783518735824
LANGUAGE
German
PAGES
459
KEYWORDS
Bestseller, Brüssel, Bücher Bestseller, Bücher Bestseller 2018, Bücher Neuerscheinungen, Deutsche Literatur, Deutscher Buchpreis, Deutscher Buchpreis 2017, Epoche der Scham, EU, Europäische Union, Europa-Roman, Fenia Xenopoulou, großer europäischer Roman, Kommissar Brunfaut
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REVIEWS
Reviewed by Marc Lippuner, Holger Fass and other
lippunermarc
lesen_lieben_leben
gerald
Die Lektüre des aktuellen Preisträgers des Deutschen Buchpreises habe ich immer wieder vor mich her geschoben, gewollt bombastisch, zugleich jedoch ungewollt trocken erschien mir die Ankündigung als großer europäischer Roman, der „einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen“ spanne. Nun… bombastisch ist er gleich im doppelten Sinn, trocken hingegen überhaupt nicht. Im Gegenteil: Menasse hat einen äußerst unterhaltsamen, von feiner Ironie durchsetzten Roman geschrieben, der sich überraschend leicht liest. Die Protagonisten sind eine ehrgeizige, griechische Kulturbeauftragte der EU und ihr Team, ein belgischer Kriminalkommissar, der aus politischen Gründen einen Mordfall ruhen lassen soll, ein polnischer Profikiller, der falsche Fährten legt, ein österreichischer Professor für Volkswirtschaft, der eine denkwürdige Rede hält, einer der letzten Überlebenden von Auschwitz, der langsam dement wird, sowie ein Schwein, das durch die Straßen von Brüssel läuft und keiner weiß wieso. Nach 450 Seiten weiß man jedoch, dass diese Melange ganz fabelhaft zusammenpasst – wenngleich Menasse auf den Handlungsstrang mit dem Killer gut und gerne hätte verzichten können.
Aktuell steht der Autor und Essayist Robert Menasse in der Kritik. Er hat in politischen Schriften dem CDU-Politiker und ehemaligem 1. Vorsitzenden der EWG Walter Hallstein falsche Zitate untergejubelt. Das ist natürlich nicht legitim. Doch ich plädiere dafür, diese Vorgehensweise von Menasses schriftstellerischem Tun zu differenzieren. "Die Hauptstadt" ist Fiktion, ein Roman. In einem Roman kann, aber muss nichts der Wirklichkeit entsprechen. Die Geschichte, die der Autor in diesem Roman erzählt, dockt zwar an vielen Punkten an die Realität an, doch wer den Fehler begeht, einen Roman als Tatsachenbericht zu lesen, verwechselt Äpfel mit Birnen. "Die Hauptstadt" ist eine Satire auf Entscheidungswege bürokratischer Strukturen in der EU. Alles beginnt mit einem Wildschwein, das durch Brüssel läuft - ein symbolträchtiges Startbild für einen Roman, der die Verkrustungen der Behörden und Institutionen umpfügt. Dabei begegnen uns viele Einzelpersonen mit sehr unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen. Unter anderem Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission. Sie übernimmt die schwierige Aufgabe, das Image der Kommission aufzupolieren. Schließlich steht dafür eine Idee im Raum, die sich nicht so schlecht anhört. Doch je mehr Personen und Ereignisse involviert werden, um so absurder werden die Versuche, die Grundidee zu retten und zugleich alle Interessen unter einen Hut zu kriegen. Die Figuren sind in ihren Eigenheiten und ihrer Historie überzeugend und vielschichtig angelegt. Jede einzelne Entscheidung und Handlung ist nachvollziehbar - und dennoch vieles überraschend. Der Roman nimmt immer mehr Fahrt auf und die verschiedenen Fäden werden schließlich zu einem großen Quilt zusammengewoben. "Ein großer Wurf" urteilte DIE WELT-Rezensent Philipp Haibach - und in diesem Fall muss ich ihm zustimmen. Nicht nachvollziehbar ist für mich hingegen die Kritik, hier würde ein Verschwörungsroman vorliegen, der "ein fest geschlossenes, links-westeuropäisches Weltbild" (Roland Freudenstein im Tagesspiegel vom 12.01.2018) zementiere. Ist ein Plädoyer für ein vereintes Europa, das "Die Hauptstadt" trotz der Strukturkritik zweifelsohne ist, sofort ein "links-westeuropäisches Weltbild"? Man darf Spaß haben an den Absurditäten der europäischen Bürokratie und sich trotzdem für die europäische Idee begeistern. Das führt Menasse in seinem lesenswerten Roman vor. Wie gesagt: "ein großer Wurf".

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