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Margaret Atwood

Die Zeuginnen

Gegenwartsliteratur
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4.6/5
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SUMMARY
Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht." - Als am Ende vom "Report der Magd" die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds "Report" zuschlug, blieb ihr Schicksal für uns Leser ungewiss. Was erwartete sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Das Warten hat ein Ende! Mit "Die Zeuginnen" nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung fünfzehn Jahre später wieder auf, in Form dreier explosiver Zeugenaussagen von drei Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead. "Liebe Leserinnen und Leser, die Inspiration zu diesem Buch war all das, was Sie mich zum Staat Gilead und seine Beschaffenheit gefragt haben. Naja, fast jedenfalls.Die andere Inspirationsquelle ist die Welt, in der wir leben.
AUTHOR BIO
Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, lebt in Toronto und gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Sie wurde u.a. mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet, dem Nelly-Sachs-Preis, dem Pen-Pinter-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Monika Baark, 1968 in Tel Aviv geboren, studierte Anglistik und Kunstgeschichte. Sie lebt in Berlin und übersetzt u.a. Jeanette Winterson, Amity Gaige und Miriam Toews.

BOOK DETAILS

EDITION
10.09.2019
TYPE
eBook
ISBN
9783827079992
LANGUAGE
German
PAGES
576
KEYWORDS
The Testaments, Report der Magd, Buch, kanadische Literatur, Geschenke Frauen, zum Nachdenken, kanadische Autoren, Romane, dystopische Literatur, Entertain, kanadische Autorin, Desfred, Handmaid's Tale, Bücher, dystopischer Roman
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REVIEWS
Reviewed by Hortensia13, emswashed and 3 others
veronika1
emswashed
helga
ninaha94
biscoteria
Hortensia13
Anhand von drei Zeuginnen geht die Geschichte in Gilead weiter. Wie gestaltet sich das Leben in diesem totalitärem Staat? Wie können Frauen ihr Leben gestaltet, ohne irgendein Mitspracherecht daran? Viele Details werden nach dem "Report der Magd" enthüllt. Ich war nach dem Bestseller "Der Report der Magd" neugierig, was es noch mehr von der Welt der Mägde zu erfahren gibt. Die Autorin versucht hier das Leben vor und während der Zeit der Protagonistin des ersten Buches zu beleuchten. Leider fand ich das Hin- und Hergewechsel zwischen den Zeuginnenberichten der hier drei Hauptprotagonistinnen anstrengend. Es dauerte immer einige Augenblicke bis ich wusste, wer gerade was erzählt, da dies sehr subtil mit Symbolen gekennzeichnet ist. Erst ab der Hälfte fing langsam alles Sinn zu haben, da man Verknüpfungen (auch zum Vorgängerbuch) machen konnte. So wurde die Geschichte endlich zu einem grossen Ganzen, was mich deutlich mehr zusprach. Aber wegen der Personenkonfusion gibt es von mir 3 Sterne.
1 Wow
Liebe Atwood-Fan-Gemeinde, liebe Dystopie-Anhänger! Lasst mich heute ein wenig bös mit euch sein, glaubt mir, es trifft auch mich! Ich schätze euch für euren Spürsinn für gute Literatur und bewundere eure Standhaftigkeit über viele Jahre hinweg. Darf ich aber der Aussage der Person eurer Aufmerksamkeit glauben schenken, so ward ihr es, die sie mit Fragen bedrängt, mit Vorschlägen überschüttet und letztendlich zur Fortsetzung von "Der Report der Magd" genötigt habt. Euer Anliegen hatte durchaus seine Berechtigung, schließlich wollen wir alle einen akzeptablen Abschluss, einen Hoffnungsschimmer, dass alles gut wird. Auch Frau Atwood musste sich viele Jahre mit dem Gedanken rumschlagen, dass nicht jeder gewillt ist, seinen eigenen kleinen Plot im Kopf zu konstruieren und auch dort zu behalten. So begab sie sich an die schwere Aufgabe, einen Weltbestseller nach 35 Jahren auf den neuesten Stand zu bringen, die Fäden in die Hand zu nehmen und vielleicht ein Bild zu knüpfen, welches nicht gänzlich auf ihrem eigenen Mist gewachsen, welches nicht wieder und wieder in ihrem genialen Hirn durchgekaut worden ist und schätzungsweise mit zuviel Erwartungs- und Zeitdruck unfertig das Licht der Welt erblickte. Denn anders kann ich mir insbesondere die zweite Hälfte von "Die Zeuginnen" nicht erklären. Natürlich überzeugt die großartige Schriftstellerin auch in diesem Buch mit ihrer Stilsicherheit, die den Fortgang der Geschichte in Form von Zeugenaussagen, celebriert. Wird dem Leser doch sofort klar, wenn es Zeugen gibt, gibt es auch Richter, die eine Tat verurteilen. Geschickt lässt Atwood diesesmal die Tanten in den Vordergrund treten, die beim Vorgänger noch fast ausnahmslos die undurchdringliche Wand hin zur Gerechtigkeit darstellten und jetzt mit mehr Fascetten auftreten durften. Auch wird noch einmal klar und deutlich die Perfidität des Gottesstaates resümiert, aber auch erste Lücken und Brüche in der Ausweglosigkeit. Das Zusammenspiel der Apostaten Gileads und der kanadischen Fluchthelfer war auch durchaus glaubhaft und raffiniert. Nur das Endspiel mit der kleinen Nicole, die erst nicht wusste, wer sie war, dann aber doch gleich sogar ein Geschwist bekommt und dann der Oberhammer, wie Becky in einem Nebenabsatz den Abgang macht, nachdem sie eine wichtige Figur im Fluchtplan war.... das war nicht atwood-like!! Das wirkte auf mich befremdlich, das hat mich stark irritiert. Eine actionreiche Flucht, in der alles in letzter Sekunde fluppt und Mädchen zu Kampfmaschinen werden, da fehlte mir die Ruhe und Gelassenheit einer Frau, die mich immer gut und sicher durch ihre Geschichten geführt hat. Trotzdem bin ich dankbar für dieses Buch, dankbar, dass Atwood noch lebt und uns weiterhin mit ihrer Lebensweisheit beglückt. Alles Rumgemeckere von mir, schreibe ich dem bösen, bösen Literaturbetrieb zu und lässt mich weiterhin ein Fan bleiben. Die Zeuginnen sind trotz allem lesenswert, doch sollte man den Report der Magd kennen (sonst fehlt die Genugtuung, der Balsam auf der Feministenseele).
Wow
Am Ende von "Der Report der Magd" bleibt offen, was mit Desfred passiert. Für mich eines der frustrierendsten Buchenden überhaupt. Zum Glück habe ich den ersten Band jedoch erst vor einigen Wochen gelesen und nicht, wie andere, schon vor Jahren oder Jahrzehnten. Nach fast 35 Jahren kommt nun mit "Die Zeuginnen" der Folgeband heraus. Darin berichten in verschiedenen Dokumenten drei verschiedene Frauen von zentralen Ereignissen in Gilead. Eine davon ist Tante Lydia, die schon im ersten Band eine wesentliche Rolle spielte und als Unterstützerin zum System beiträgt. Die zweite ist Agnes, Tochter aus einer Kommandantenfamilie, die auf die Schule für höhere Töchter geht um für die Ehe vorbereitet zu werden und die bislang nichts anderes kennt als die Unterdrückung der Frau. Und die dritte schließlich ist die 16-jährige Daisy, die im benachbarten Kanada aufwächst und die Zustände aus Gilead aus dem Schulunterricht kennt. Was die drei über Gilead zu erzählen haben, erfahren wir aus historischen Dokumenten, die wie schon im ersten Band, auf einem wissenschaftlichen Symposium besprochen und interpretiert werden. Dieses abschließende Symposium im Nachwort beantwortet noch viele der offenen Fragen. Auch die Fragen aus dem ersten Band werden beantwortet. Ob sich Atwood mit diesem zweiten Band einen Gefallen getan hat, kann man diskutieren. Immerhin hat er ihr bereits den Booker Prize eingebracht. Die aktuelle Weltlage und vor allem der aktuelle amerikanische Präsident seien eine treibende Motivation gewesen. Das kann man sich angesichts der Thematik und vieler deutlicher Parallelen bereits im ersten Band sehr gut vorstellen. Ein wenig wirkt das Buch aber auch, als ob es sich sehr an den Wünschen der Lesenden orientiert. Es ist actionreicher als der Vorgänger, spannender und geht eher in Richtung Spionageroman. Dafür sind die Verwicklungen weniger komplex und viele Handlungsstränge laufen zusammen, was die Geschichte etwas unglaubwürdig und die Verbindungen etwas erzwungen wirken lässt. Und dafür, dass Gilead eine von Männern dominierte Welt ist, bleiben die männlichen Figuren stark im Hintergrund und vergleichsweise blass. Dennoch hat mich der Roman unterhalten und gleichzeitig den Stoff zum Nachdenken aufgefrischt, wenn auch nichts Neues geliefert. Angenehmerweise hat dieser Band auch das Ende des Vorgängers aufgelöst. Mich konnte das Buch durch die Spannung gut fesseln, durch die Gegebenheiten empören und letztlich durch sein positives Ende einen Hoffnungsschimmer wecken. Ich fand es auf jeden Fall lesenswert und durch das Erscheinen dieses Bandes bin ich überhaupt erst auch auf den ersten Band aufmerksam geworden. Nun werde ich sicherlich noch andere Bücher der Autorin lesen.
Wow
Die Zeuginnen von Margaret Atwood ist die Fortsetzung ihres Romans Der Report der Magd, und ist 35 nach dem Vorgängerroman erschienen. Ich habe mich wirklich gefragt, ob es eine Fortsetzung von Der Report der Magd braucht, und war eigentlich schon der Meinung, dass Die Zeuginnen mich einfach nur enttäuschen kann. Tja, so sehr kann man sich täuschen. Ich habe das Buch nicht gelesen, sondern regelrecht verschlungen! Die Zeuginnen kann man einfach nur als Pageturner beschreiben. Sobald man einmal angefangen hat, kann man einfach nicht mehr aufhören, es zu lesen. In Der Report der Magd lernte man nur ein Gesicht von Gilead kennen, in Die Zeuginnen nun lernt man viele Gesichter kennen, und blickt in die Abgründe des gescheiterten Reichs. Die Geschichte fesselt von Anfang an, und auch den Schreibstil fand ich sehr gelungen. Vielleicht ein klein bisschen weniger raffiniert als in Der Report der Magd, aber das kann natürlich auch an der Übersetzung liegen. Insgesamt ist Die Zeuginnen meiner Meinung nach ein Meisterwerk, das jeder gelesen haben sollte!
Wow
Bei „Die Zeuginnen“ handelt es sich um eine Fortsetzung einer Reihe, welche vor über 30 Jahren erschienen ist und in den letzten Jahren erfolgreich als Serie verfilmt wurde. In der Geschichte „Der Report der Magd“ erlebten wir das Schicksal der Magd Desfred, welches in den totalitären Schreckensstaat Gilead entführ wurde, um hier als Gebermaschine zu dienen. Dieses Buch spielt nun 15 Jahre später nach diesen Ereignissen. Die Kapitel bestehen aus drei verschiedenen Sichtweisen. Ein der Erzählstränge ist der von Tante Lydia, welche ein Manuskript führt über die Geschichte wie sie zu Gilead kam und dort zur mächtigsten Frau wurde. Entführt wurde, erniedrigt und sich dann hochgearbeitet hat. Sie wusste sie muss sich fügen, um zu überleben, aber sie wusste von Anfang an, dass alles was da passiert nicht richtig ist. So hat sie ihr Ziel vor Augen. Dabei geht sie skrupellos vor, weil es nicht immer anders handeln kann, aber anders als in den Vorgänger Büchern erfährt man, welche Seite sie noch in sich trägt. Und so sehr ich sie als unsympathisch und die schlimmste empfand, so zeigt das Buch wer Tante Lydia wirklich ist und wie sehr sie ihre Mädchen liebte. Ihr Zeichen ist das der Füllerspitze, es war also immer erkennbar, wann wir die Sichtweise von ihr gelesen haben. Die zweite wurde ersichtlich durch ein Mädchen mit Haube. Es handelt sich um eine Zeugenaussage markiert mit der 369A. Es handelt sich um Agnes. Ein junges Mädchen, geboren in Gilead und somit einem Kind was kein anderes Leben als dieses kennen gelernt hat. Ihr Vater ein hoch anerkannter Kommandant und eine tolle Mutter. Als Agnes dann ihre erste Tage bekommt steht bereits fest das sie heiraten soll. Aber dies ist nicht der Wunsch von ihr und Agnes entscheidet sich eine Tante zu werden. So erleben wir die Welt eines Mädchens und später eine Tante von Gilead, die anders als Tante Lydia dort geboren wurde. Der dritte Erzählstil ist ebenfalls eine Zeugenaussage. Diese ist markiert mit einem Mädchengesicht und gehört dem Mädchen Daisy aus Kanada. Abgesehen davon das die Eltern Widerstandskämpfer von dem Staat und der Entführung von Mädchen sind, lebt sie ein normales Leben und ist eigentlich weit weg von all dem. Doch es soll sich alles für sie ändern, als sie Undercover in den Männerstaat geschickt wird. Ich fand die Geschichte einfach nur wahnsinnig gut gemacht. Sie knüpft so anstandslos super an den „Report der Magd“ und zeigt uns, wie es nach dieser Geschichte weitergeht. Weg von Desfred und mehr in den Hintergrund, wo man sieht wer die Fäden zieht. Was mit Frauen passiert, die nicht gehorchen, wie schnell Ehefrauen getauscht werden, was mit ungehorsamen Kindern passiert. Für mich die beste Fortsetzung welche ich seit langem gelesen habe und ein Muss für jeden Fan der Reihe.
Wow
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