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Ein wenig Leben
Hanya Yanagihara

Ein wenig Leben

Gegenwartsliteratur
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4.3/5
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SUMMARY
"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.
AUTHOR BIO
Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman "Ein wenig Leben" gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. "Ein wenig Leben" ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Eine TV-Serie, produziert von Scott Rudin (The Social Network, No Country for Old Men, Frances Ha, Grand Budapest Hotel), ist in Vorbereitung. Yanagihara ist Chefredakteurin des "T Magazine" der "New York Times".

BOOK DETAILS

EDITION
30.01.2017
TYPE
eBook
ISBN
9783446255586
LANGUAGE
German
PAGES
960
KEYWORDS
Liebesgeschichten, Mann, New York, USA, Trauer, Freundschaft, Krankheit, 21. Jahrhundert
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REVIEWS
Reviewed by Anastasia, stephanienicol and 3 others
bookventures
stephanieschnaitter
babscha
collectionofbookmarks
kittycatinaxo
Dieses Buch hat mich erstmal etwas sprachlos zurückgelassen. Diese 960 Seiten haben es in sich, ich kann nicht sagen "ah ja diese Buch war so schön" denn das was bei dieser Geschichte nach und nach ans Licht kommt ist alles andere als schön, es ist etwas furchtbares und abscheuliches! Klar es werden auch die guten Zeiten beschrieben und die Freundschaft und Liebe um die es hier geht ist auch etwas besonderes, aber man merkt von Anfang an dass es eine Abwärtsspirale ist und man sich unaufhaltsam auf eine schreckliche Wahrheit zubewegt. Ich würde es auf keinen Fall einem Menschen empfehlen, der sich gerade in einer Krise befindet oder deprissive Verstimmungen hat, denn das Buch kann einen ziemlich runterziehen, so ging es mir zumindestens. Es ist einfach eine schwere Kost und darüber sollte man sich im klaren sein. Es war aufjedenfall eine besonderes Erfahrung dieses Buch zu lesen und der Schreibstil der Autorin ist auch ganz wundervoll, ich kann nur zustimmen dass einem dieser Roman einfach unter die Haut geht.
Wow
stephanienicol
Es gibt wenige Bücher, von denen ich behaupten kann, dass sie mich nachhaltig und tief beeindruckt, bewegt und zum Nachdenken angeregt haben! "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara hat all dies geschafft - und gleichzeitig noch viel mehr! Deshalb fällt es mir auch so unglaublich schwer, meine Leseeindrücke in Worte zu fassen. Das Cover verrät nicht allzu viel über den Inhalt des Buches! Der leidende Gesichtsausdruck stellt aber ganz gut dar, mit welcher Thematik sich die Geschichte eventuell befassen könnte. Das Cover ist schlicht, aber besitzt dennoch eine enorme Aussagekraft! Um was geht es? Seit dem College sind Willem, Jude, JB und Malcom engste Freunde und meistern gemeinsam alle Hindernisse des Lebens. Die Freunde kennen sich und die Geschichte der anderen wie ihre eigene - außer Judes, von dessen dunklen Vergangenheit keiner der anderen etwas nur annähernd ahnt ... Das Buch dreht sich um die tiefe Freundschaft und grenzenlose Liebe zwischen den vier Freunden Willem, JB, Malcom und Jude! Relativ schnell wird allerdings deutlich, dass vor allem ein Charakter besonders im Fokus der Geschichte steht: Jude St. Francis! Seine Vergangenheit, über die man während der ersten 400 Seiten gänzlich im Dunkeln gelassen wird, und die Traumata, die ihn sein Leben lang begleiten, rücken immer mehr in den Mittelpunkt, sodass die anderen Figuren - vor allem Malcom und JB - immer mehr zu Nebenakteuren verblassen. Vielmehr erzählt Hanya Yanagihara äußerst intensiv und emotional, wie Jude das Leben meistert oder auch daran scheitert. Häppchenweise bekommt man Einblicke in Judes schmerzhafte Geschichte, sodass sich nach und nach alle Puzzleteile zusammensetzen und ein großes Ganzes ergeben. Absolut gelungen waren alle Nebencharaktere, die sich in all den Jahren um Jude scharen! Auch die Nebenfiguren bekommen ihre eigene Geschichte, sodass man eine enge Bindung zu ihnen aufbauen kann. Hanya Yanagiharas Schreibstil entspricht nicht der gewöhnlichen Leichtigkeit, die man heutzutage in vielen Romanen findet! Vielmehr erzählt sie zutiefst aufwühlend und berührend Judes (Leidens-)Geschichte und man fragt sich selbst immer wieder, wie ein Mensch so viel ertragen und aushalten kann! Die Sätze sind teils etwas länger, als man es eventuell gewöhnt ist, was einem allerdings nur zeigt, dass man sich auf einer anderen Ebene innerhalb der Literatur befindet. Gerade die ersten 400 Seiten waren für mich sehr anstrengend! Nicht nur, weil ich mich erst mit dem Schreibstil vertraut machen musste, sondern weil auch tatsächlich nur sehr wenig passiert ist! Die Geschichte konnte mich anfangs deshalb auch kaum fesselnd und zog sich sehr zäh, weshalb ich echt gekämpft habe! Nach diesen ca. 400 Seiten entwickelt die Geschichte um Judes Vergangenheit allerdings eine solch intensive Sogwirkung, dass man das Buch unbedingt weiterlesen möchte, sich aber auch gleichzeitig davor fürchtet, mehr über Jude und seine dunklen Geheimnisse herauszufinden! Ein Buch wie "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara, das einen so aufwühlt, intensiv berührt und gleichzeitig zerstört, aber auch zum Nachdenken anregt, begegnet einem nur selten! Die Geschichte geht unter die Haut und direkt ins Herz des Lesers!
Wow
Vier Männer sind die Hauptpersonen dieses Buches. Es erzählt ihrer aller Leben, startend mit den gemeinsamen Studienjahren an einem amerikanischen Ostküstencollege. Da ist Malcolm, Spross einer gut situierten, aber gefühlskalten Upperclassfamilie, mit einem Faible für Architektur. Dann Jean-Baptiste, als Junge mit seiner Mutter und deren Schwestern aus der Karibik immigriert, humorvoll und künstlerisch ambitioniert. Willem, ein angehender Schauspieler, in schwierigen Familienverhältnissen im outback von Wisconsin aufgewachsen. Und Jude, die eigentliche Hauptfigur des Romans, um die sich letztlich alles dreht. Ein gutaussehender, mit einer unfallbedingten Gehbehinderung geschlagener Genius, hochkompliziert, unstet und mental stark belastet, der niemandem seine Seele öffnet, geschweige denn Einblick in die dunklen Fakten seiner Vergangenheit gewährt. Sie alle sind Freunde, eng verbunden, und ziehen nach dem Studium alle nach New York City, um dort ihr Glück zu machen. Von Anfang an zeichnet sich dabei eine ganz besondere, tiefemotionale Bindung zwischen Jude und Willem ab, die sich immer weiter verstärken wird. Eine gute interessante Ausgangslage für ein nicht nur von Umfang und Gewicht her großes Werk. Zum einen legt die Autorin hier einen klassischen New-York-Roman vor, an dem Liebhaber dieser Stadt (wie ich) schnell Gefallen finden. Dazu die glaubhafte realitätsnahe Schilderung der typisch amerikanischen Lebenswege von vier Männern bis weit in ihre mittleren Jahre hinein (mit vielen vielen im Laufe der Geschichte hinzutretenden weiteren Personen, die mal von elementarer Bedeutung fürs Geschehen, mal reines Beiwerk sind), wobei deren jeweilige Vergangenheit durch regelmäßig eingestreute Rückblenden dem Leser nach und nach ausgebreitet wird. Kern des Buches ist dabei aber immer die Person Judes. Das hochkomplizierte Zentralgestirn der Geschichte, mal hell aufleuchtend, mal dunkler und unheimlicher als die Nacht, um das die gesamte Zeit alle anderen Mitwirkenden wie Satelliten kreisen und taumeln, einerseits im stetigen Bann seiner magischen Anziehungskraft, zugleich aber auch voller Angst und in permanenter Anspannung aufgrund seiner Unkalkulierbarkeit, Unzugänglichkeit und dem Schwarzen Loch seiner Vergangenheit, in das er lange Zeit niemanden eintauchen lässt. Der Autorin gelingt es sehr überzeugend, dem Leser mit Jude eine Persönlichkeit literarisch zu präsentieren, deren Kompliziertheit und Vielschichtigkeit ihresgleichen sucht. Ein durch und durch zerrissener, von den Erlebnissen seiner grauenhaften Jugend gequälter Mensch, der trotz der verzweifelten Bemühungen der ihn umgebenden Menschen niemals wirklich zur Ruhe kommt und nur in den seltenen Momenten der Nähe zu seiner engsten Bezugsperson Willem so etwas wie Sicherheit, Zuneigung und Schutz empfindet. Während die Geschichte bis Buchmitte stringent, spannend und höchst interessant entwickelt wird, schleichen sich in der zweiten Hälfte aus meiner Sicht leichte Längen ein, die aus einfach zu vielfältigen, manchmal überflüssigen Nebenschauplätzen und Begebenheiten resultieren, die für die weitere story und die Figurenzeichnung nicht immer zwingend sind und damit eher ermüdend wirken. Hier hätte etwas mehr gestrafft werden können. Gleiches gilt für die emotionale Übersensitivität aller Hauptbeteiligten im letzten Buchdrittel, was irgendwie dann doch überfrachtet wirkt. Das wird allerdings durch eine völlig überraschende dramaturgische Entwicklung zum Ende der Story mehr als kompensiert. Insgesamt ein absolut überzeugendes Buch, das allein aufgrund der unglaublich dichten und tiefen Persönlichkeitsschilderung seines schwer gezeichneten Hauptprotagonisten ein Lesehighlight dieses Jahres ist. Unbedingte Empfehlung!
1 Wow
collectionofbookmarks
Ein wenig Leben nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, ist aber jede Leseminute wert. Darin verfolgt der/die Leser/in die vier Freunde Willem, JB, Malcolm und allen voran Jude durch ihre stürmischen ersten Jahre in New York City. Jeder von ihnen versucht auf seine eigene Weise erfolgreich zu sein, während sich alles ständig zu verändern scheint, abgesehen von ihrer Freundschaft. Doch einer von ihnen hütet ein dunkles Geheimnis, was sowohl seine Freunde als auch die Leser*innen erst nach und nach ergründen dürfen. Dieser Roman schlägt ein wie eine Bombe. Dennoch weiß ich, dass er nicht jedem gefallen wird, weil im Fokus seiner Handlung ein Mensch steht, der im Laufe seines Lebens sehr viel Schmerz erleiden musste, der wiederum nicht für jeden gleich erträglich sein wird. Selbst auf mich wirkten einige Situationen konstruiert und absichtlich grausam. In einem Interview mit der Autorin habe ich jedoch gelesen, dass sie dieses Leid als gewollte Übertreibung einsetzt, um herauszufinden, wie weit man mit seinen Leser*innen gehen kann. Ein interessanter Ansatz, der mich nur noch mehr überzeugt.
Wow
Als erstes sei zu sagen, dass man bei diesem Buch keine leichte Unterhaltungslektüre erwarten darf, denn es handelt sich hier um einen fiktionalen Lebensbericht, der nicht nur sehr anspruchsvoll ist, sondern in jeder einzelnen Zeile unter die Haut geht. Dazu passt auch der nicht ganz so leichte Schreibstil, an den man sich jedoch sehr schnell gewöhnt, wenn man sich nur darauf einlässt. Und genau das ist gar nicht schwer, denn die Geschichte der vier jungen Männer ist so interessant und mitreißend, dass man auch ohne den großen Spannungskick einfach bei der Sache bleiben muss. Dennoch sollte man sich beim Lesen Zeit lassen, um dem Roman gerecht zu werden. Aber auch so sind diese knapp eintausend Seiten nicht schnell weg gelesen. Auffällig ist auch, dass die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt. Ihre Schilderungen sind sehr ausführlich und wirken dadurch besonders real. Wer merkt, dass ihm der Schreibstil zu schwierig ist, dem empfehle ich übrigens das Hörbuch, denn dieses versteht man sehr gut und auch der Vorleser schlägt sich ausgezeichnet. Wie schon erwähnt, spielt hier Jude eine sehr wichtige Rolle. Eigentlich ereignet sich das Leben seiner drei Freunde nur um ihn herum und das hat einen wichtigen Grund. Jude ist nämlich anders. Er selbst kennt seine Eltern nicht, ist in einem Kloster aufgewachsen und hat nicht nur dort viele schlimme Dinge erlebt, die ihn geprägt haben. So schlimm, dass er große seelische und körperliche Wunden davon getragen hat. Seine und die Geschichte rund um seine Freunde wird so gefühlvoll, aber dennoch in einer sprachlichen Wucht erzählt, dass man mit jeder Pore mitfühlt. Man leidet nicht nur mit ihnen, sondern man nimmt sie förmlich als Freunde wahr, man durchlebt alles mit ihnen und schließt sie ganz schnell ins Herz, allen voran den Protagonisten. Dieser, Jude St. Francis, ist eine interessante Person, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass sie trotz allem, was er erlebt hat, noch so liebenswert ist. Er opfert sich für seine Freunde auf, obwohl er selbst ein gebrochener Mensch ist. Dabei lässt er an sich selbst allerdings niemanden heran. Er redet nicht über das, was ihm geschehen ist und kämpft ganz allein mit seinen inneren Dämonen. So einige Male wollte ich ihn schütteln, weil er es einfach nicht schaffte, aus sich heraus zu kommen. Als ich dann erfuhr, was mit ihm alles geschehen ist, lief es mir einige Male eiskalt den Rücken herunter. Ich habe mit ihm gelitten und geweint und war ein paar Mal richtig geschockt. Ich will allerdings auch die anderen Charaktere nicht vergessen zu erwähnen, allen voran Willam, JB und Malcom, aber auch Harold und Julia, sowie Andy und Richard. Auch diese sind alle sehr gut und ausführlich gezeichnet. Von jedem einzelnen erfährt man so viel, wie für die Geschichte wichtig ist, aber auch nicht zu viel. Willam, JB und Malcom sind so unterschiedliche Charaktere, aber dennoch halten sie zusammen und vor allem zu Jude. Dieser ist mit seinen Freunden wahrlich gesegnet, denn sie sind alle für ihn da, kämpfen für ihn und wollen helfen, auch wenn er sich nicht helfen lassen will. Besonders Willam spielt eine sehr große Rolle für ihn und Harold, der für ihn fühlt, wie ein Vater. In diesem Roman ist "Ein wenig Leben" Programm, denn der Leser durchlebt jede einzelne Phase, jedes Gefühl und jedes Erlebnis mit den Charakteren. Dabei ist die Atmosphäre so dicht, dass sie einen förmlich einhüllt. Dieses Buch zieht den Leser in seinen Bann und geht mitten ins Herz und unter die Haut.
Wow
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