Günter Saalmann

Fernes Land Pa-isch

FictionYouth
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Dies ist eigentlich der dritte Band zu "Umberto". Den zweiten hat der Autor aber weggelassen: "Im Kinderheim", die Wendezeit, welche die junge Leserschaft wohl selten noch interessiert. In "Pa-isch" ist Umberto schon ein handfester Bursche - mit dem Gemüt eines Vierzehnjährigen. Die neue Einheit Deutschlands macht's möglich: Er zieht mit seiner Mutter gen Westen- nun steht ihm ja die Welt offen. Aber auch unter den neuen Bedingungen kriegt er sein Leben nicht in den Griff - oder erst recht nicht. Und er beschließt erneut die Flucht - diesmal soll es aber wirklich nach Afrika gehen. Und er nimmt wiederum seine kleine Schwester mit. Auf einem geklautenMotorrad. Wo sie schließlich landen? Dieses Buch entstand parallel zu dem Drehbuch für den Kinofilm "Fernes Land Pa-isch".LESEPROBE:Medock, Umberto, zum Heimleiter!Die Stimme der alten Sprechanlage schnarrt durch das langgestreckte Gewölbe des Schlosses. Der Fuß im dreckigen Lederschuh zögert eine Sekunde. "Mal wieder kein Wort zu verstehen", murmelt Umberto und setzt sich in gemächlichen Trab.Vorüber an der Tür mit der Aufschrift Heimleitung. Am Ende des Ganges überzeugt er sich, dass ihn niemand beobachtet, und verschwindet im Schuhputzraum.Dieser war früher einmal der Vorraum zu einem Scheinbalkon an der Ostseite des alten Gemäuers. Das Geländer davor ist weggerostet, der "Balkon" selbst kaum mehr als ein verwitterter Porphyrsims. Die Tür, die an die frische Luft führt, ist aus Sicherheitsgründen zugeschraubt und von außen zusätzlich mit Brettern vernagelt.Umberto reckt den Arm hinauf in ein Lattenregal: Hinter den Lieferkartons mit Schuhcreme ist eine Wandhöhlung. Die Hand ertastet einen Stoffbeutel, seine "Mauke", seine ganz privaten Schätze. Er zieht den Beutel auf und kontrolliert den Inhalt: Ein Kinderpassbild von Aleksandra Krautwein, eine Packung Zigaretten, Streichhölzer, ein Päckchen Präser, falls es hier im Heim mit der stämmigen Evi mal "dazu" kommt, ein Taschenmesser mit sieben Werkzeugen, eine halbe Knoblauchknolle.Von dieser polkt er die papierweißen Schalen ab, schmeißt sich die Halbmonde in den Mund und kaut mit Todesverachtung. Ab einer bestimmten Menge, das weiß er aus Erfahrung, kommt ihn das Kotzen an beim Kauen, sofern er auch nur im geringsten die Miene verzieht. Also heißt es: eiserne Maske! Immer dran denken: Die dicke Evi frisst Zwiebeln und hält das schon seit Jahren durch.
BOOK DETAILS
EDITION
©2010
TYPE
eBook
ISBN
9783863940591
LANGUAGE
German
PAGES
221
KEYWORDS
20. Jahrhundert, Ausreißer, Brandstiftung, Diebstahl, Drogen, Hausbesetzer, Heimkind, Jugendkriminalität, Kinderheim, Motorradgang
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