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Kanaillen-Kapitalismus
César Rendueles

Kanaillen-Kapitalismus

Gesellschaft
Belongs to series edition suhrkamp
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SUMMARY
Nach dem Erscheinen seines Essays Soziophobie schrieb die taz, César Rendueles verbinde »eine antikapitalistische Haltung mit einem abgeklärten Wissen um die Komplexität von Gesellschaften«. Wissen darüber, wie die Welt vor der freien Marktwirtschaft aussah und wie die ökonomische Logik nach und nach alle Lebensbereiche durchdrungen hat, entstammt immer auch der Lektüre fiktionaler Literatur. In seinem neuen Buch erkundet Rendueles seine persönliche Lesebiografie. Anhand von Klassikern wie Robinson Crusoe und Kultbüchern wie American Psycho zeichnet er nach, wie der Kapitalismus sich uns einverleibt hat. Doch zugleich kann in Büchern, das zeigt Rendueles etwa an Kleists Michael Kohlhaas und an Science-Fiction-Romanen, auch der Geist der Revolte und solidarischer Utopien stecken.

BOOK DETAILS

EDITION
© 2018
TYPE
Paperback
ISBN
9783518127377
LANGUAGE
German
PAGES
265
KEYWORDS
Die große Regression, Frankenstein, Podemos
MOJOS
Mojoed by molosovsky
alexandermüller
Fulminante Geschichtskorrektur, Kolonialismus- & Ideologiekritik anhand erhellender Lesarten literarischer Klassiker, Lyrik & Science Fiction, gewürzt mit persönichen Erlebnissen.
REVIEWS
Reviewed by mrstrikehardt and molosovsky
mrstrikehardt
alexandermüller
Ein vielversprechendes Unterfangen, das mich durch den Untertitel sofort angesprochen hat. Im Original wurde der Schwerpunkt hingegen mehr auf die "persönliche Geschichte" (una historia personal del capitalismo) gelegt. Im Vorwort führt César Rendueles dann auch aus, dass der Aufsatz vollkommen subjektiv geschrieben ist und er darauf verzichtet, weitere Literaturquellen, als die er schon kannte, zu nutzen. Diese Subjektivität ist eine große Stärke, offenbart allerdings auch Schwächen. Die Stärke: Alternative Lesarten des Kapitalismus, dessen Ursprung, Entwicklung und Ausprägungen. Aufgrund der vielen Beispiele aus der Literaturgeschichte, die mit der "realen" Geschichte über- und gekreuzt werden sowie aufgrund der persönlichen Schilderungen, sind die sieben Kapitel erhellend und kurzweilig zugleich. An einigen Stellen hätte ich mir jedoch einen erklärenden Satz mehr, eine geschichtliche Quelle gewünscht. Der begeisternde Tonfall schlug manchmal in einen apodiktischen um im Sinne von "ich präsentiere euch eine alternative Lesart. Ich weiß, sie ist die richtige und du lieber Leser glaubst sie besser". Ich wollte sie sehr gerne glauben, aber das weckte nur den Verdacht: He is preaching to the converted. Und das sollte eigentlich nicht der Anspruch sein - weder für die Autoren noch für die Essayisten.
Spontan gekauft, weil mir der Titel sofort einleuchtete. Wer mit mir länger als fünf Minuten über Tatsächlichkeiten heutiger Arbeitswelten, und das Verwaltetwerden der Vielen durch die Wenigen babbelt, kennt meinen Spruch, daß wir nicht artgerecht gehalten werden, und man mindestens auf die letzten 30 Jahre neoliberaler Kaperung (»Take what you can. Give nothing back!«) der Demokratien zurückblicken sollte, besser noch auf die letzten vier- bis fünfhundert Jahre psychopathischer Aneignung und Knechtung des Globus durch heilsgeschichtlich überdrehte Glücksritter. Tatsächlich hat César Rednueles — weitestgehend, weil mich bei den letzten beiden der sieben Kapiteln das Gefühl beschlich, dem Autor ist bei seinem hochkonzentrierten Vorhaben ein wenig die Puste abhanden gekommen ist — genau zu diesem Komplex eine kunterbunte Denkschrift vorgelegt, wenn er vom historischen Ausnahmecharakter der allgemeinen Marktwirtschaft, dem Entstehen des Arbeitsmarktes, der Struktur der politischen Konflikte im 19. Jahrhundert, den Ursprüngen der für die Industrialisierung typischen Arbeitsorganisation, den Entladung aufgestauter Spannungen im frühen 20. Jahrhhundert, den Sachgassen des Wohlfahrtsstaates der Nachkriegszeit und schließlich den gegenwärtigen Anerkennungs- und Gerechtfertigkeitsschwund ökonomischer und politischer Institutionen der Gegenwart, sowie sich abzeichnender Fluchtwege berichtet. Kurz: eine Buch gewordene Granate, die geeignet ist, ein paar schöne Aussichtslücken in die von Siegern und Gewinnlern errichteten ›there is no alternative‹-Kerkermauern zu sprengen. Ein willkommenes Unternehmen für mich, denn »die herrschenden Klassen {haben sich} immer wieder {ausgezeichnet} durch ihre armselige, poltische Vorstellungskraft.«

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