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Kann man da noch was machen?Kann man da noch was machen?
Laura Gehlhaar

Kann man da noch was machen?

GesellschaftFachbuch
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SUMMARY
»Ich sehe die Dinge aus einer anderen Perspektive. Und das macht es interessant.«

Wer im Rollstuhl sitzt, bekommt manchmal die seltsamsten Dinge zu hören: »Toll, dass du trotzdem rausgehst!«- »Kannst du Sex haben?«»Kann man da noch was machen?« – »Darfst du betrunken Rollstuhl fahren?« - »So hübsch und dann im Rollstuhl!«

Frei von Selbstmitleid, mit entwaffnender Selbstironie und ebenso tiefsinnig wie unterhaltsam erzählt Laura Gehlhaar Geschichten aus ihrem Alltag auf vier Rädern – mit allem, was dazugehört.



AUTHOR BIO
Laura Gehlhaar, geb. 1983 in Düsseldorf, sitzt seit ihrem 22. Lebensjahr im Rollstuhl. Sie hat Sozialpädagogik in Holland und in Berlin studiert und arbeitet heute als Aktivistin, Autorin und Redakteurin. In ihrem Blog "Frau Gehlhaar" beschreibt sie ihre Alltagserfahrungen auf vier Rädern und wurde mit ihrem Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo zu einem Star im Internet.

BOOK DETAILS

PUBLISHER
EDITION
12.09.2016
TYPE
eBook
ISBN
9783641165062
LANGUAGE
German
PAGES
256
KEYWORDS
Handicap, Integration, Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo, Menschen mit Behinderungen
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REVIEWS
Reviewed by bella5 and NiNa (Nina Jaros)
bella5
nina
Auf Laura bin durch Twitter aufmerksam geworden. Als ich dann das Buch in der Buchhandlung erblickte, musste ich es unbedingt haben, denn der Buchtitel ist einfach catchy und klasse: „Kann man da noch was machen“? Lauras Leben ist eigentlich ganz normal – sie trifft sich gern mit Freunden, arbeitet als Werbetexterin in Berlin, sammelt und liebt Sneaker. Die Tatsache, dass sie im Rollstuhl sitzt, empfindet sie eher als Erleichterung denn als Einschränkung, denn: Behindert ist man nicht, behindert wird man – von der Gesellschaft. Laura erzählt von der alltäglichen Diskriminierung. Strukturell, gesellschaftlich. Ist Inklusion nur ein Lippenbekenntnis in Deutschland? Oft scheitert die gesellschaftliche Teilhabe von Behinderten schon an der Infrastruktur, an einer Rampe, an einer Dolmetscherin für Gehörlose. Soll der gesunden Mehrheitsgesellschaft nicht zu viel zugemutet werden? Lauras Buch liest sich klasse, der Ton ist modern und authentisch. Sie berichtet von eigenen Stärken und Schwächen. Sehr berührt war ich, als sie von Ängsten und Gewaltandrohung berichtete. Die Angst, das eigene Potential nie ganz ausschöpfen zu können. Schreibblockaden, die Angst vor dem leeren Blatt. Die Hänseleien in der Schule, die Lehrerin, die besonders fies war, um Laura „abzuhärten für das Leben“. Was für eine Anmaßung! Im Studium dann missgünstige Kommilitonen, die Laura Maßnahmen zur Herstellung der Chancengleichheit (!) neideten, etwa einen Zeitbonus, der motorische Einschränkungen bei Klausuren ausgleichen sollte. Aber auch Leute, die Laura ganz normal behandelten, wie etwa ihre Mitbewohnerin in den Niederlanden finden Erwähnung. Laura jammert nicht. Laura redet Tacheles. Spricht Dinge aus, die einfach auch einmal gesagt gehören. Wenn Leute sie fragen, ob ihr „Freund auch behindert“ sei, ist dies unverschämt. Wenn Leute ihr zu zischen, dass „Jemand wie sie unter Hitler noch vergast wurde“, ist das grausam. Laura muss täglich zusätzliche Kraft für Dinge aufwenden, die nicht nötig wäre, wenn die gesellschaftlichen Strukturen anders wären. Aber schließlich lebt laut Laura auch eine ganze Industrie von Behinderten…  Schon seltsam, dass in einer Industrienation wie Deutschland noch soviel Handlungsbedarf besteht. Finde ich. Eigentlich ein Armutszeugnis, viele Dinge scheinen mir etwa in Großbritannien besser organisiert zu sein. Es gibt in Gehlhaars Buch aber auch Aussparungen, Dinge, über die ich gerne mehr erfahren hätte, die die Autorin aber wohl privat halten will: Welche Krankheit hat Laura genau? Wie gestaltete sich ihr Studium, denn es wird kurz abgehandelt? Wieso arbeitet sie nicht als Sozialpädagogin, denn darin hat sie ihren Abschluss gemacht, sondern als Texterin? Man erfährt aber, dass sich Laura bei den „Sozialhelden“ engagiert. Trotz meiner Kritikpunkte ist „Kann man da noch was machen“? ein lesenswertes Sachbuch!
3 Wows
NiNa (Nina Jaros)
Laura Gehlhaar ist eine beeindruckende Frau. Sie beschreibt mit viel Humor ihr Leben mit Behinderung und den Menschen, die damit konfrontiert werden. Menschen, die viel zu oft nicht wissen, wie sie mit Laura umgehen sollen. Ihr Rollstuhl ist ein Hilfsmittel und sie macht deutlich, welche Barrieren ihr im Alltag begegnen. Barrieren, die oftmals nicht aus Stufen und Treppen bestehen, sondern aus dem, wie Menschen auf Behinderung reagieren. In diesem Buch findet man die Geschichte einer Frau, die nicht auf die Tränendrüse drückt. Einige der geschilderten Erlebnisse bedrücken. Dennoch gelinge es ihr, nicht ins sentimental-weinerliche abzurutschen. Laura beschreibt Situationen aus dem Alltag, aus allen Lebensbereichen. Beschreibt, wie Fremde, Freunde und Familie mit ihr umgehen und zeichnet damit das Bild einer starken Frau. Laura Gehlhaar schreibt offen und mit einer lebendigen Sprache über Themen, die viel zu selten angesprochen werden. Ihr Buch berührte mich und hat mich zum Nachdenken gebracht.
6 Wows
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