Andreas Unger

Vergebung

GesellschaftPhilosophie & Religion
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SUMMARY
Im "Vater Unser" heißt es: "Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern". Andreas Unger betet diese Zeilen seit früher Kindheit und fand daran nie etwas auszusetzen. Vielleicht, weil er nie so richtig zugehört hat, was er da sagt? Doch was ist Vergebung und wie funktioniert sie – oder auch nicht? Der preisgekrönte Reporter begibt sich auf die Suche, durchreist die ganze Welt und trifft Menschen, die die verschiedenen Seiten von Vergebung erfahren haben. Menschen, denen unglaublich Schmerzhaftes widerfahren ist und die selbst vor der Frage standen: Wie halte ich es mit dem, der dafür verantwortlich ist? Und die ganz unterschiedliche Antworten gefunden und gegeben haben. Es sind berührende und widersprüchliche Antworten. Sie zeigen: zu vergeben ist keine Pflicht. Es ist ein Privileg. Ein Buch, das sich einem der wichtigsten Themen unseres Lebens widmet. Die Frage "Wie geht Vergebung?" schleicht sich eines Tages beiläufig in das Bewusstsein von Andreas Unger und lässt ihn nicht mehr los. Zu diesem Zeitpunkt ist ihm noch nicht klar, wie unterschiedlich und vielschichtig die Antworten auf sie sein werden. Ohne eigene biografische Bezüge begibt er sich auf die Suche. "Ich weiß noch nicht, was ich in der Welt der Vergebung und des Verzeihens genau suche. Aber ich weiß, wie ich vorgehen will: Ich will mit Menschen reden. Auf einer Reise quer durch Deutschland, weiter nach Polen, Israel, Palästina und in die USA. So habe ich mich von Frage zu Frage gehangelt, von Ratlosigkeit zu Ratlosigkeit, von Begegnung zu Begegnung. Eine Reise hin zu den Quellen von Vergebung." Mit der Neugier des Unwissenden geht er ins Gespräch mit vielen Menschen, verfolgt keine Absichten, möchte keine Annahme bestätigen oder widerlegen. So spricht er unter anderem mit •einer Mutter, die ihre Tochter beim Amoklauf in Winnenden verlor •einem Mann, der nach einem fremdverschuldeten Unfall neu anfangen musste •einer Auschwitz-Überlebenden im Einsatz für Versöhnung •einer Frau, die als Kind weggegeben wurde und ihre Mutter nach Jahren wieder traf •einer Frau, die in den USA gegen die Todesstrafe für den Mann kämpft, der ihre Tochter ermordet hat Er hört den Menschen zu, hört ihre unterschiedlichen Geschichten, fragt nach und versucht zu verstehen. Was diese Menschen erlebt haben, berührt ihn. Er empfindet Wut, Scham, Verständnislosigkeit, Fassungslosigkeit – aber vor allem Bewunderung dafür, wie alle einen Weg gefunden haben, mit Schuld und Vergebung umzugehen. Es gibt "etwas in uns, das uns zeigt, dass sich das Geschehene anfassen lässt, betrachten und interpretieren, dass es dabei weder Vorschriften noch Verbote gibt. Vergebung funktioniert nicht auf Knopfdruck, sie funktioniert nicht auf sozialen Druck, sie funktioniert überhaupt nicht auf Druck. Vergebung ist ein Kind der Freiheit."

BOOK DETAILS

PUBLISHER
EDITION
18 Feb 2019
TYPE
eBook
ISBN
9783451814365
LANGUAGE
German
PAGES
192
KEYWORDS
Christentum, Versöhnung, Schuld, Christlicher Glaube, Vaterunser, Vergebung, Gesellschaft, Reportage, Geschichten, Glaube, Verzeihung
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REVIEWS
Reviewed by Friedrich
dze
Dieses Buch habe ich sehr gern und mit großem Gewinn gelesen. Der Autor hat sehr unterschiedliche Menschen mit bewegenden, ja heftigen Lebengeschichten aufgesucht, die alle auf sehr unterschiedliche Weise und mit sehr unterschiedlichen Begründungen gelernt haben, anderen Menschen zu vergeben. Besonders bwegt hat mich die unfassbare Geschichte von der US-Amerkanerin Aba Galye: Ihre Tochter wurde vor Jahrzehnten brutal ermordet, aber die Mutter besucht schließlich den Mörder im Gefängnis und freundet sich sogar mit ihm an. Heute ist sie sogar gegen die Todesstrafe. Zugegeben, das mag nach einer Hollywood-Story klingen, aber der Autor, der selbst verwundert ist, nimmt einen mit, so dass man zumindest nachvollziehen kann, wie es zu dieser Wandlung gekommen ist. Zur Stärke des Buches gehört es, dass der Autor keine einfachen Antworten gibt, sondern schildert. Klar wird, dass es nicht den einen Weg gibt, sondern sehr viele unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie Vergebung gelingen kann.
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