Waldtraut Lewin

Viktoria von jenseits des Zauns

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Schon die alten Römer haben es gewusst: Nichts ist vielgestaltiger als die Liebe, heißt ein antikes Sprichwort. Wenn dann noch Zauberhaftes, Überirdisches ins Spiel kommt, kann man sich auf diese und jene Überraschung gefasst machen. Da haben wir zum Beispiel Justinus, einen jungen Mann, der dichten kann, malen und Musik machen, aber trotzdem so arm ist wie eine Kirchenmaus – was ja noch nichts Besonderes ist. Zum Glück vererbt ihm seine Tante Antonia ein schönes Haus mit Garten, und mit dem schönen Haus kommt auch der Wohlstand zu ihm, denn auf einmal wird er berühmt. Um seinen Garten noch ein bisschen auszuschmücken, kauft er sich eines Tages auf dem Markt einen Pfau – einen lebendigen natürlich! Und damit fängt alles an. Dieses mit Sprache begabte Tier ist nämlich der Abgesandte einer Schönen aus der Anderswelt – ist sie eine Göttin, eine Unsterbliche, ein Wesen von einem anderen Stern? Justinus wird das nie herausbekommen. Er ist glücklich, dass er ein Stück Lebenszeit mit der herrischen, launischen, wundersamen Person verbringen kann, die ihn inspiriert zu den herrlichsten Bildern, Liedern und Geschichten. Als sie dann geht – denn solche Wesen binden sich nicht für lange – hinterlässt sie ihm seine Kunst. Und von Zeit zu Zeit, man weiß nie wann, schaut sie auch mal vorbei… Ganz anderes widerfährt dem Bauern Hans, Der fährt in die Stadt, um sich eine Braut zu suchen – dabei sitzt seine Auserwählte schon die ganze Zeit bei ihm zu Haus. Das weiß er bloß nicht. Wer kommt auch schon darauf, dass einen seine Hauskatze heiraten will? Aber Dorothea – so heißt die schwarze Mieze – weiß ganz genau, was sie will. Und mit ihr die drei alten und weisen Frauen, die Hüterinnen des Dorfes. Denn um Klein Siehstumichnich ist es schlecht bestellt. Die Jungen sind in die Stadt abgewandert, die Häuser verfallen und die Äcker werden nur notdürftig bestellt. Da muss Abhilfe geschaffen werden. Und deshalb muss Hans heiraten und viele Kinder kriegen, damit wieder Leben in die Bude kommt! So wird Dorothea zur Menschenfrau, und die drei Alten spannen ihre ganze Zauberkraft ein, um Hans aus der Stadt zurückzuholen. Zum Glück hat er das Brautkleid schon gekauft. In der dritten Geschichte sind zwei sehr ungleiche Kinder die Helden. Viktor, das Wunschkind der reichen Frau, ist blond, schön, verwöhnt und verhätschelt. Dass die Mutter für das Geschenk dieses Kinds einem Geist etwas versprochen hat, das sie dann nicht hält, bewirkt einen Fluch:
AUTHOR BIO
<p>Waldtraut Lewin lebte als freie Autorin in Berlin. Sie verfasste zahlreiche historische Romane und Biografien, außerdem Kriminalromane, Erzählungen, Hörspiele, Drehbücher und Libretti zu zwei Rock-Opern. 1970 Händel-Preis, 1978 Lion-Feuchtwanger-Preis. Waldtraut Lewin verstarb am 20. Mai 2017.</p>
BOOK DETAILS
EDITION
© 2011
TYPE
eBook
ISBN
9783863941963
LANGUAGE
German
PAGES
139
KEYWORDS
Fantasie, Katze, Liebe, Pfau, Tiergeschichten, Zauberei
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