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Walkaway
Science Fiction
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SUMMARY
Die nahe Zukunft: Der Planet ist vom Klimawandel gezeichnet, die moderne Gesellschaft wird von den Ultra-Reichen regiert und die Städte haben sich in Gefängnisse für den normalen Bürger verwandelt. Doch es ist auch eine Welt, in der sich Lebensmittel, Kleidung und Obdach per Knopfdruck produzieren lassen. Warum also in einem System ausharren, das die Freiheit des Menschen beschränkt? Vier ungleiche Helden machen sich auf den Weg in die Wildnis. Dort suchen sie Unabhängigkeit, Glück und Selbstbestimmung. Was sie aber stattdessen dort finden, stellt ihre ganze Welt auf den Kopf: den Weg zur Unsterblichkeit ...
AUTHOR BIO
Cory Doctorow, 1971 in Toronto geboren, ist Schriftsteller, Journalist und Internet-Ikone. Mit dem Blog boingboing.net und seinem Kampf für ein faires Copyright hat er weltweite Bekanntheit erlangt. Sein erster Jugendroman Little Brother wurde ein internationaler Bestseller. Cory Doctorow ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Los Angeles.

BOOK DETAILS

EDITION
11.06.2018
TYPE
Paperback
ISBN
9783453317932
LANGUAGE
German
PAGES
736
KEYWORDS
Zukunftsvision, Unsterblichkeit, Little Brother, New-York-Times-Bestsellerautor, Utopie
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REVIEWS
Reviewed by phantastische_flu..., kats_bookworld and 2 others
phantastische_fluchten
kats_bookworld
elisabethdietz
jahfaby
phantastische_fluchten
Seth und Hubert sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet. Irgendwie sind sie nicht mehr jung genug für ausgeflippte Partys, möchten aber auch noch nicht zu den langweiligen Erwachseneren gehören, für die das Leben nur noch aus Arbeit und Konsum besteht. Auf eine der sogenannten Kommunistenparty begegnen sie Natalie, einer Tochter aus reichen Hause, die sich gegen alle Werte der älteren Generation stellt. Auch sie hat noch keine Vorstellung, was sie mit ihrem Leben anfangen und was sie erreichen möchte. Nur nie so werden wie ihre Eltern, ist eines der Ziele. Aus einer Laune heraus beschließen die drei jungen Menschen, auszusteigen. Sie haben von einer Gruppe gehört, die sich Walkaway nennen und die eine neue Lebensart propagieren. Alle Menschen sind gleich viel wert, jeder ist willkommen und trägt zu Gemeinschaft das bei, was er kann. Geld hat keinen Wert mehr. Alles wird nach Bedarf selber hergestellt und verteilt. Die Umstellung fällt den Aussteigern nicht leicht aber sie erhalten Hilfe von Limpopo, die sie im ersten B&B willkommen heißt und ihnen die Philosophie der Walkaway erklärt. Bislang wurden die Freidenker relativ geduldet, doch als sie einen Weg zur ultimativen Freiheit finden, fühlen sich die Regierungen der Welt und die Elite bedroht und gehen zum Angriff auf die friedliebenden Menschen über. Kommentar: Der Roman spielt in einer nahen, durchaus vorstellbaren Zukunft. Die Reichen werden immer reicher, Geld regiert die Welt, der kleine Arbeiter schuftet sein Leben lang, ohne von dem Reichtum etwas abzubekommen. Teile der Welt sind eine Ödnis oder verseucht, Rückzugsgebiete für die Walkaway, die aus allem das Beste machen. Die eigentliche Geschichte ist relativ einfach gestrickt. Drei junge Menschen brechen aus und suchen einen neuen Weg, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Ein Leben, das einen Sinn hat, ein Leben, in dem sie nicht im abgestumpften täglichen Einerlei versumpfen. Nathalie, Hubert und Seth sind sehr unterschiedliche Charaktere. Zu ihnen gesellen sich Limpopo, die Herz und Seele des B&B ist, der ersten Anlaufstelle der drei Walkaway. Sie und der ruhige, etwas ernsthafte Hubert werden ein Paar, das sich ein Leben lang zugetan ist. Damit verrate ich nicht zu viel, denn dies entwickelt sich schon zu Beginn des Buches und als Leser ist man tief berührt, von dieser Beziehung der doch sehr unterschiedlichen Charaktere. Zwei weitere, sehr beeindruckende Protagonisten sind die Wissenschaftlerin Gretyl und die junge Tam. Diese sechs Charaktere sind das Herz und die Seele des Buches Leider geht die Erzählung in vielen Seiten von Technik, Politik und Psychologie etwas unter. Ich kann mit meinen einfachen Worten der Geschichte nicht gerecht werden, dazu ist sie teilweise zu komplex. Natürlich ist die herrschende Elite gegen die Walkaway. Die Aussteiger werden sehr oft überfallen, ihre Wohnstätten werden zerstört und es kommt zu tragischen Verlusten. Statt zu kämpfen, ziehen die Walkaway weiter, denn ihre Philosophie ist es, sich dem allen zu entziehen und irgendwo neu zu beginnen. Sie beugen sich der Allmacht des Geldes nicht, kämpfen nicht um Besitz sondern suchen nur Frieden und einen Ort zum Leben. Ein Leben, in dem jeder Mensch gleich viel wert ist, ohne eine Führung, ohne die Macht des Geldes, ohne Druck durch die Obrigkeit. Aufgrund ihrer Lebenseinstellung sind sie denen, die mit Geld die Welt regieren, ein Dorn im Auge. Nathalie kommt aus einem reichen Elternhaus. Sie entzieht sich den Erwartungen und der Kontrolle ihrer Eltern. Sie beginnt mit einer kleinen Revolte, indem sie sogenannte Kommunistenpartys organisiert, die von ihren Eltern noch lächelnd geduldet werden. Als die Tochter sich von allem lossagt und zu den Walkaway geht, reißt der Geduldsfaden ihres Vaters allerdings schnell. Das Szenarien ist absolut glaubhaft, teilweise erleben wir einige Entwicklungen schon heute in ähnlicher Form, was die Erzählung noch bedrückender Macht. Natalies Vater, Jacob Redwater, ist fest davon überzeugt, dass er seine Machtposition verdient hat. Er versteht die Haltung seiner Tochter nicht, die sich gegen alles stellt, was für ihn von Wert ist. Dass es eine Gemeinschaft geben soll, in der es keine Konkurrenz, keine Rivalität und auch keine Elite gibt, kann sich Jacob Redwater nicht vorstellen. Der Konflikt, der in dieser Familie stattfindet, ist das Spiegelbild der Gesellschaft. Obwohl das Buch aus 734 besteht, kamen mir einige Aspekte der Geschichte zu kurz. Das Cover ist relativ nichtssagend und lässt kaum auf den Inhalt schließen. Allerdings ist die knallige Farbe ein echter Hingucker. Etwas schwierig ist es, die eigens für diese Geschichte entwickelten Wörter zu verstehen. Allerdings gibt es dazu ein Glossar. Das ist dringend nötig, da sich viele Begriffe nicht von selbst erklären, man muss sie tatsächlich nachschlagen. Das hat bei mir den Lesefluss erheblich gestört. Dazu kommen noch der massive Gebrauch von Fremdwörtern, technischen Begriffen und Ausdrücken aus der IT Branche, die der Geschichte zwar durchaus einen intelligenten Anstrich geben, einige Dinge aber schwer verständlich machen. Für SF Freaks ist das aber sicherlich ein Plus, ich war teilweise intellektuell etwas überfordert, konnte das Buch aber nichtsdestotrotz kaum aus der Hand legen und spreche eine klare Leseempfehlung aus. Die Themen sind aktuell, manche Entwicklungen in dem Busch sind erschreckend und bedrückend und regen zum nachdenken an. Ein Buch, dass man nicht so schnell vergisst und über das man sich austauschen möchte.
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kats_bookworld
Was für ein Wälzer! Auf über 700 Seiten Lesevergnügen, die selbst Edward Snowden für ein Kommentar gut genug sind, lernen wir zuerst Hubert kennen. In der nahen Zukunft sind Parties etwas anders und auch die Gesellschaft hat sich geändert.  Anfangs bin ich sehr gut in die Handlung reingekommen, dann hatte ich zwischenzeitlich einen Hänger, weil es immer Situationen bzw. Dialoge mit Themen gab, in die man praktisch einfach reingeworfen wurde. Man immer herausfinden, worum es gerade geht. Ansonsten ist der Schreibstil leicht verständlich, was mich aber wirklich aufgeregt und genervt hat, war die Tatsache das von Hubert immer der volle Name genannt worden ist, wie z.B "Hubert Etcetare sagte" oder "Hubert Etcetare kniff die Augen zusammen" usw.  Welche Gründe dabei Doctorow wohl hatte? Zum Aufbau ist noch erwähnungswert, dass die Kapitel relativ lang sind, es aber auch genügend Abschnitte zun pausieren gibt. Wer ein Freund von Utopien und Dystopien ist, wird hier garantiert an etwas zu knabbern haben…
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Für ihr Buch "A Paradise Built In Hell" untersuchte die amerikanische Kulturhistorikerin Rebecca Solnit, wie Gesellschaften auf Katastrophen reagieren. Und stieß in den Trümmern von San Francisco und New Orleans keinesfalls auf sozialen Zerfall, sondern auf Menschen, die einander unterstützten und kleine, temporäre utopische Gemeinschaften bildeten. "A Paradise Built In Hell" inspirierte Cory Doctorow zu "Walkaway". Die Katastrophe ist der Kapitalismus. In einer unbestimmten nahen Zukunft herrschen wenige Superreiche über ein Heer sich beflissen selbst optimierender Arbeitsdrohnen. Wer obsolet wird, vegetiert am Rande des Existenzminimums. Immer mehr Menschen gehen einfach weg, siedeln in der Wildnis oder in den Ruinen ehemaliger Industriestädte. Was sie produzieren, verschenken sie, ihre gesamte Ökonomie basiert auf freiwilliger gegenseitiger Hilfe. Doch das "Default", die konventionelle Gesellschaft, schlägt zurück, mit Desinformationskampagnen und Waffengewalt. Wir folgen dreien dieser Aussteiger über Jahrzehnte. "Walkaway" ist ungehemmt didaktisch, ein Ideenroman, eine Utopie, eine Einladung zu einer Revolution. Plot, Struktur, Sprache und Figurenentwicklung dienen allein dem Diskurs. Dieser ist allerdings ungeheuer interessant und beflügelnd. Wir sollten … wir sollten einfach weg gehen.
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Fabian Neidhardt
In einer Welt, in der man fast alles mit Sonnen- und Windenergie, einem 3D-Drucker und den richtigen Plänen ausdrucken kann, sind Programme, Pläne und Lizenzen das große Geschäft. Ein paar wenige verdienen daran richtig gut, alle anderen krebsen herum. Hubert, Seth und Natalie beschließen, diese Gesellschaft hinter sich zu lassen und wegzugehen (‚Walkaways‘). Aber die Gesellschaft findet das gar nicht so cool. Eigentlich ist es egal, worum es geht. Seit knapp zehn Jahren inspirieren und unterhalten mich Cory Doctorow und seine Romane. Er schreibt keine literarischen Meisterwerke, aber unterhaltsame, intelligente Geschichten, die sehr nah an unserer Realität liegen und oft sowas wie Bedienungsanleitungen für unser digital geprägtes Leben sind. Homeland geht ein paar Jahre weiter in die Zukunft, eine Weiterentwicklung der Gedanken in Little Brother und besonders in Makers. Doctorow schreibt einfach und spaßig, sodass ich schnell durch die 700 Seiten komme. Dennoch ist der Inhalt extrem komplex und regt zum Denken an. Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Möglichkeiten geben uns all die Dinge, die sich immer weiter in unseren Alltag drängen? Und wie gehen wir mit ihnen um? Zwischen zwei Serien kann man dieses Buch sehr gut konsumieren, sich Gedanken machen und sich unterhalten lassen. Eigentlich schon genug gesagt über dieses Buch. Aber Doctorow macht in diesem nebenbei eine ziemlich spannende Sache: Der Aufbruch jeglicher Heteronormativität. Junge trifft auf Mädchen trifft auf Mädchen trifft auf Hermaphrodit und wieder zurück. Dass eine der Hauptfiguren schwarz ist, wird nach Dreiviertel des Romanes im Nebensatz erwähnt. All diese Vielfalt geschieht ohne Kommentar und ist so selbstverständlich, dass es mir – in unserem Alltag und unserer aktuellen Gesellschaft – auffällt. In einer ganz skurrilen Art. Weil ich nicht will, dass diese Vielfalt, diese Pannormativität irgendetwas anderes ist, als Normalität. Wir als Gesellschaft aber noch nicht so weit sind. Ähnliches macht Doctorow auch mit Genussmitteln. Die Protagonisten des Buches rauchen immer mal wieder Meth und ich zucke beim Lesen zurück und warte auf irgendeine Erläuterung, irgendeine Erklärung oder Warnung oder sonst was, die aber nie kommt. Noch eine andere Sache muss ich erwähnen, weil sie mich extrem, wirklich extrem genervt hat: Die deutsche Ausgabe des Romans hat einen riesigen Patzer im Klappentext. Es gibt drei oben genannte Hauptfiguren in diesem Roman: Natalie, Seth und Hubert. Hubert hat 20 Vornamen und wird deshalb Hubert Ecetera genannt. Im englischen Klappentext steht also: In a world wrecked by climate change, in a society owned by the ultra-rich, in a city hollowed out by industrial flight, Hubert, Etc, Seth and Natalie have nowhere else to be and nothing better to do. (…) Auf der deutschen Ausgabe steht: (…) Vier ungleiche Helden machen sich auf den Weg in die Wildnis. (…) Ich habe 700 Seiten gelesen, immer irritiert und in der Erwartung, wann endlich diese vierte Person auftaucht. Nur um danach zu verstehen, dass dies schlicht falsch ist. Das hat eigentlich nichts mit dem Roman zu tun, beeinflusst das Leseerlebnis aber extrem. Auf eine Art, die nicht sein muss. Walkaway ist eine spannende Zukunftsvision, utopisch und dystopisch zugleich, die leicht zu lesen und schwer zu verdauen ist. Ein Buch, dass seine Sache richtig gut macht, mal vom deutschen Klappentext abgesehen.
2 Wows
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