Nach seiner Verhaftung sitzt der Serienmörder Dr. Bernhard Sommerfeldt in der JVA Meppen. Er genießt große Aufmerksamkeit, denn Medien und Gesellschaft sind landesweit alles andere als durchgehend von seiner Schuld überzeugt oder gar angewidert. Im Gegenteil, seine Fans – es sind nicht wenige – halten fest zu ihm.
Sein Werk sieht er aber alles andere als abgeschlossen an. Während seine ausführlichen Aufzeichnungen veröffentlicht werden, muss er aus der Haft entkommen und seinen Weg zu Ende gehen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn ein weiterer Spieler tritt auf das Feld.

›Todesspiel im Hafen‹ ist der dritte und letzte Teil der ›Sommerfeldt‹-Trilogie von Klaus-Peter Wolf. Das Buch erschien 2019 bei FISCHER und umfasst 384 Seiten.

Wie aus den früheren beiden ›Sommerfeldt‹-Bänden gewohnt und ansonsten recht ungewohnt, ist auch der letzte Teil der Trilogie aus der Täterperspektive geschrieben und gibt damit einen spannenden und tiefen Einblick in seine Beweggründe. Klaus-Peter Wolf verwendet viel Raum darauf, Sommerfeldts Gedanken auszuführen und Sommerfeldt ist ein Charakter, der sich sehr viele Gedanken macht. Das kann spannend sein, aber auch leicht in die Langatmigkeit abgleiten.

Leider passiert Wolf genau das über fast die gesamte erste Hälfte des Buches, wodurch es für mich auch zum schwächsten Teil einer an sich stark gestarteten Trilogie wird. Sehr viel von dem, was Bernhard Sommerfeldt in der ersten Hälfte denkt und über sich preisgibt, kannte ich schon aus den anderen Bänden. Durch das ganze Buch hinweg ziehen sich wieder die Vorwürfe besonders an seine Mutter. Die sind zwar einer seiner maßgeblichen Beweggründe, das ist klar, allerdings wiederholen sie sich auch schon sein Band 1 im nahezu gleichen Wortlaut. Gleichzeitig bewegt sich in der Handlung nicht allzu viel. Eine Art Spannungskurve startet im Prinzip erst mit dem Ausbruch aus der JVA, da ist aber das Bergfest schon fast gefeiert.

Um so erfreulicher geht es danach aber weiter. Die Handlung nimmt an Fahrt auf, Wolf findet die Ausgewogenheit wieder, die die beiden anderen ›Sommerfeldt‹-Bände so gut gemacht hat. Am Schluss spitzt sich die Story zu und gelangt zu einem recht unerwarteten Abschluss, der allerdings Sinn macht, wenn man weiß, dass die Figur Bernhard Sommerfeldt in Zukunft wieder in die ›Ann Kathrin Klaasen‹-Reihe, der sie einst entsprang, zurückgegliedert werden soll. Möglicherweise ist dafür nun auch der richtige Zeitpunkt gekommen, denn viel neue Täterpsyche bleibt wohl nicht mehr übrig.

Auch fehlt mir in diesem Band ein wenig die Tiefe der Nebencharaktere, die sonst so typisch für Wolf ist. In viele Figuren konnte ich mich nicht reinfühlen, das gelingt mir normalerweise eigentlich sehr leicht. Allerdings spielen die meisten Nebenfiguren auch nur recht kurze Rollen, so dass es, in Verbindung mit der Sommerfeldt-Perspektive, ohnehin schwer ist, sie mit Tiefe zu füllen. Das ist ein bisschen schade, aber kein Beinbruch.

›Todesspiel im Hafen‹ ist abschließend ein Trilogiefinale, das mich nicht ganz glücklich zurück lässt. Allerdings ist die Trilogie ja lediglich eine Ausgliederung und insofern nicht abgeschlossen, so dass wenigstens die Figur Bernhard Sommerfeldt noch zu einem gelungenen Abschluss kommen kann. Ich bin gespannt, wie Wolf das in der ›Ann Kathrin Klaasen‹-Reihe weiterführen wird.
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Todesspiel im HafenTodesspiel im Hafen
Todesspiel im Hafen
Klaus-Peter Wolf
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