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Es ist ein Sommer im Jahre 1985 und wir begleiten drei Familien in ihrem Leben in einer kleinen Vorstadtsiedlung. Nach außen scheint alles idyllisch, die Kinder sind intelligent, begabt, nehmen Musikunterricht und sind gut in der Schule. Die Eltern lieben sich, kurzum eine perfekte Familie wohin man auch schaut. Doch hinter den Kullisen ist nicht alles so, wie es zunächst scheint. Die Erwachsenen hadern mit ihrem Leben und versuchen den Traum des perfekten Lebens zu verwirklichen. Sie geben sich kultiviert und werden doch innerlich zerissen von Neid und Ängsten, nicht gut genug zu sein. Sie wollen ausbrechen, trauen sich jedoch nicht, den ersten Schritt zu tun. Und zwischen allen stehen die Kinder. Sie sind das Aushängeschild der Eltern, müssen zeigen, wie toll und begabt sie sind, immer besser als das Nachbarskind. Ein Wetteifern um den ersten Platz in der Nachbarschaft, angetrieben von den Eltern, unverständlich für die Kinder, die einfach nur ihre Jugend genießen wollen und dabei vor ganz eigene Probleme geraten.

Der Anfang des Buches machte es mir etwas schwer, ich musste mich zunächst an den Schreibstil und die Handlung gewöhnen. Zu Beginn waren mir die Figuren und allgemein die Handlung zu nichtssagend. Doch irgendwann entwickelte die Erzählung einen Sog, die verschiedenen Ereignisse haben mich gepackt und von da an hat mich das Buch begeistert. Die einzelnen Charaktere haben mit verachiedenen Problemen und Selbstzweifel zu kämpfen und nicht jeder schafft es, eine vernünftige Lösung zu finden. Der Schreibstil der zunächst noch etwas gewöhnungsbedürftig war, hat im Nachhinein perfekt zum Buch gepasst. Die Autorin schildert alles eher sachlich, die deprimierende Grundstimmung wird dabei jedoch gut übermittelt. Ich gebe zu, die Figuren, v.a die Erwachsenen jammern viel, sie sind unzufrieden und drehen sich mit den immer gleichen Themen im Kreis ohne je etwas zu ändern. Doch genau dies macht das Buch für mich aus, es zeigt die Hoffnungslosigkeit und ihr Unvermögen auszubrechen, bis schließlich alles in einer Katastrophe mündet. "Kampfsterne" ist kein lockerer und leichter Roman, es ist ein bisschen Arbeit, die Stimmung manchmal sehr deprimierend und düster, aber dennoch wird ein Gefühl vermittelt, das ich selten bei einem Roman erlebe. Ein Gefühl, dass vielleicht doch noch ein kleines Licht am Ende des Tunnels scheint, denn obwohl die Protagonisten alle auf der Stelle treten, zeigt das Ende einen Weg in eine neue Richtung.

Fazit: Man sollte sich einlassen auf das Buch und nicht vorschnell verurteilen, denn es wird zu etwas ganz grandiosem.
Kampfsterne
Kampfsterne
Alexa Hennig von Lange
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