Der menschliche Körper, selbst zu sechzig Prozent aus Wasser bestehend, ist nicht von sich aus schwimmfähig.

DER INHALT
David Hunter wird zur Bergung einer Wasserleiche gerufen. Anfangs scheint alles klar und die Leiche so gut wie identifiziert. Es muss sich um Leo Villiers handeln – Erbe einer einflussreichen Familie der Gegend – oder um die verheiratete Frau mit der er eine Affäre gehabt und die er vor seinem Selbstmord umgebracht haben soll.

Doch als Hunter einen Fuß findet und ihn der gefundenen Leiche zuordnet, ist klar, dass es sich weder um Leo Villiers, noch um die Frau handeln kann.
Die Ermittlungen geraten ins Wanken und die Vermutung über die Todesursachen von Villiers und seiner vermeintlichen Affäre werden immer unschlüssiger. Und dann taucht noch eine weitere Leiche auf. Der Erbe und die Frau bleiben unauffindbar, dafür liegen zwei unbekannte Leichen auf den Obduktionstischen. Und der Vater von Leo Villiers macht es den Ermittlern auch nicht gerade leicht …

MEINE MEINUNG
Lange mussten wir auf den neuesten Fall für David Hunter warten.
Umso befremdlicher wirkte auf mich der neben sich stehende, kurzsichtige und völlig untypische Hunter der „Totenfang“ eröffnet. Irgendwie ständig jammernd und weit entfernt von der gewohnten Konzentration, die man eigentlich von Hunter gewohnt ist.
Es war anstrengend und wir hatten es die ersten 100 Seiten wirklich nicht leicht miteinander. Erkannte ich doch gar nichts vom alten, scharfsinnigen Hunter wieder und war schockiert über seine plumpen Gedankengänge, die ihn in wirklich dumme Situationen gebracht haben, die man von Dr. Hunter so wirklich nicht gewohnt ist.

Zum Glück aber wurde Hunter mit dem immer verworreneren Fall, auch wieder mehr er selbst und fand zurück zu sich. Offenbar hatte ihn das lange nicht-gebraucht-werden wirklich etwas fahrig werden lassen.
Aber ab da hieß es endlich: Hunter is back!
Ein spannender Fall mit den gewohnt detaillierten forensischen Beobachtungen, die die Reihe für mich so besonders machen und wenn auch der Start etwas holprig war, der Fall ist bis zum Ende undurchsichtig und überraschend und schließt in einem absolut packendem Ende ab.

Für Hunter-Fans ein absolutes Muss – Nicht-Hunter-Fans würde ich sowieso immer den Start der Reihe empfehlen. Diese ist für „Totenfang“ nicht zwingend notwenig, der Fall an sich ist in sich geschlossen, aber es ist schon irgendwie schöner Hunter von Anfang an zu begleiten und ein gewisses Hintergrundwissen zu haben.
Totenfang
Totenfang
Simon Beckett
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